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Proveana - Datenbank Provenienzforschung - Deutsches Zentrum Kulturgutverluste

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Online-Publikation

Hartmann, Thesing (Hg.): Die Kunsthändlerin Andreina Schwegler-Torré, 2026.

Permanent URL
http://www.proveana.de/de/link/lit00008517
letzte Aktualisierung
30.04.2026
Forschungskontext
  • NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut
  • Kulturgutentziehungen in SBZ und DDR

Grunddaten

Literaturangabe

Jasmin Hartmann, Dagmar Thesing (Hg. im Auftrag der Koordinationsstelle für Provenienzforschung in Nordrhein-Westfalen): Die Kunsthändlerin Andreina Schwegler-Torré. Eine „Porzellanjongleuse“ zwischen den Systemen des 20. Jahrhunderts. Ein Werkstattbericht, Heidelberg 2026.

Publikationssprache
deutsch
Beschreibung
Die in Mailand geborene Andreina Schwegler-Torré (1908–1991) gehörte in den 1960er und 1970er Jahren zu den führenden Kunsthändlerinnen für europäisches Porzellan des 17. und 18. Jahrhunderts. Ihre Galerie Ars Domi in Zürich sowie ihre Zweigstelle Chesa d’Art in St. Moritz etablierten sich nach dem Zweiten Weltkrieg als zentrale Handelsstellen für Sammler:innen keramischer Kunstobjekte. Ihre Geschäftsbeziehungen und ihr Kund:innenstamm reichte ausgehend von der Schweiz in die Bundesrepublik Deutschland, nach Italien, England, Frankreich und Schweden bis in die USA. Auf diese Weise gelangten weltweit Keramikobjekte mit der Provenienz Torré in bedeutende Privatsammlungen und Museen. Daneben pflegte Andreina Schwegler-Torré auch Verbindungen hinter dem „Eisernen Vorhang“: So fuhr sie regelmäßig mit ihrem langjährigen Lebens- und Geschäftspartner Giovanni Rodolfo Vassali (1911–1986) in die Deutsche Demokratische Republik, wo sie insbesondere in Dresden mit den Staatlichen Kunstsammlungen in Kontakt stand. Eine besonders enge Beziehung hatte Andreina Schwegler-Torré zu den beiden Direktorinnen der Dresdner Porzellansammlung, Hilde Rakebrand und Ingelore Menzhausen. Von diesen Kontakten profitierte sie, als die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden 1969 das Triptychon „Der Krieg“ von Otto Dix für das Albertinum erwerben wollten und zur Finanzierung dessen Objekte aus ihren Sammlungen an westliche Kunsthändler aussonderten und veräußerten. Andreina Schwegler-Torré erhielt im Zuge dessen wertvolle Porzellane aus der Dresdener Porzellansammlung und historisches Kriegsgerät aus dem Historischen Museum (heute Rüstkammer). Während Andreina Torré zu ihren Lebzeiten international zu den angesehenen Porzellanhändlerinnen gehörte, erfuhr ihre Reputation posthum aufgrund von aufgefundenen Quellen im Schweizerischen Bundesarchiv Bern eine neue Lesart, die sich auch auf die Provenienzen der von ihr gehandelten Werke auswirkten. So enthalten die Archivalien Details zu ihrer Biographie zwischen 1933 und 1945, die ihre Aktivitäten während der Zeit des Nationalsozialismus zu Tage bringen. Wer war also diese Frau, die sich in den unterschiedlichen politischen Systemen wie auch in den daraus resultierenden andersartigen Bedingungen des Kunstmarkts als Händlerin und Persönlichkeit erfolgreich zu bewegen wusste? Womit handelte sie? Warum und wie baute sie sich nach dem Zweiten Weltkrieg eine Existenz in der Schweiz auf? Woher stammen die Kunstwerke, Antiquitäten und der Hausrat, die sie 1944 in die Schweiz einführte? Wer waren ihre Kund:innen und Handelspartner:innen? Ausgehend von diesen verschiedenen Fragestellungen untersuchte die Koordinationsstelle für Provenienzforschung in Nordrhein-Westfalen (KPF.NRW) in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg Leben und Handelsbeziehungen Andreina Schwegler-Torrés. Die vorliegende Publikation versteht sich dabei als ein Werkstattbericht, um in die Forschungsansätze und Rechercheergebnisse zu Andreina Torré einzuführen, die wesentlichen biographischen Stationen darzulegen und zugleich auf immer noch bestehende Desiderate hinzuweisen. In fünf Kapiteln werden Schlaglichter auf Andreina Torrés einzelne Lebens- und Wirkungsorte gerichtet, die die verschiedenen Facetten ihrer Persönlichkeit, ihrer kunsthändlerischen Geschäftspraktiken und ihrer Handlungsspielräume innerhalb der politischen Systeme auffächern. (Quelle: archiv.ub.uni-heidelberg.de)

Beziehungen

Personen/Körperschaften

  • Verweist auf
    Torre, Andreina Lorenza

Weitere Informationen und Quellen

Forschungsprojekte

  • Projektbezug
    Andreina Schwegler-Torré – Recherchen zu ihrer Biographie sowie ihren Rollen und Netzwerken im Handel mit Kunst- und Kulturgut aus der ehemaligen Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR)

Schlagworte

  • Biografie

Links

  • Website Digitalisat
    https://doi.org/10.11588/artdok.00009743
    Publiziert auf ART-Dok. Publikationsplattform Kunst- und Bildwissenschaften
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