Veltheim, Hans-Hasso
Grunddaten
Tätigkeitsbereich
Biographische Angaben
Ab Februar 1907 studierte Veltheim in München Archäologie, Geschichte und Philosophie. Er promovierte 1912 bei Artur Weese an der Universität Bern mit einer Dissertation über Burgundische Kleinkirchen bis zum Jahre 1200.
Bis zum Beginn der Ersten Weltkrieges war Veltheim als Verlagsleiter und Antiquitätenhändler tätig. Durch Ankäufe auf dem Kunstmarkt legte er den Grundstein für eine eigene Kunstsammlung.
Am Ersten Weltkrieg nahm er als Reserveoffizier des Luftschifferbataillons Nr. 1 teil, u.a. als Zeppelin-Luftschiff-Führer.
Nach dem Ersten Weltkrieg bis in die späten 1920er Jahre war Veltheim wieder als Kunsthändler tätig und verkaufte und vermittelte z.B. dem Berliner Verleger Ferdinand Springer Gemälde alter Meister, aber auch solche aus dem frühen 19. und 20. Jahrhundert.
1927, nach dem Tod seines Vaters, trat Hans-Hasso von Veltheim die Erbfolge auf dem Familiensitz Schloss Ostrau, das ca. 20 Kilometer nördlich von Halle (Saale) liegt, an. In langjährigen Bemühungen renovierte er das heruntergekommene Barockschlosses Ostrau, das er zudem mit seinen umfangreichen Sammlungen ausstattete. In die Räume der ehemaligen Schlossbrauerei ließ er eine zweigeschossige Bibliothek einbauen, die auch das Schlossarchiv beherbergte. Schloss Ostrau wurde unter seinem neuen Besitzer zum Mittelpunkt eines regen Besucherverkehrs und des geistigen und kulturellen Austauschs.
Hans-Hasso von Veltheim trat 1937 in die NSDAP ein.
Nach Kriegsende wurde Ostrau von den amerikanischen Truppen besetzt, was Veltheim zunächst zum Bleiben veranlasste. Doch bereits im Sommer 1945 kam es gemäß der Konferenz von Jalta zu einer Gebietsbereinigung, in deren Folge Anhalt an die sowjetische Armee überging. Schloss und Gut Ostrau wurden im Oktober 1945 im Zuge der Bodenreform als einer der ersten Großgrundbesitze Anhalts enteignet. Hans-Hasso von Veltheim setzte sich daraufhin überstürzt in die westalliierte Zone ab.
Im Zuge der Rückerstattung wurden 3000 Bände aus dem Besitz der von Veltheims im Bestand der Universitäts- und Landesbibliothek Halle ermittelt und dort in Absprache mit den Erben gesondert aufgestellt.
Beziehungen
Personen/Körperschaften
- FreundschaftZwischen Leo Baeck und Hans-Hasso von Veltheim bestand eine besondere Beziehung. Schon seit 1923 standen beide in geistigem Austausch, Baeck kam auch nach 1933 noch mehrfach nach Ostrau. Entgegen allen Verboten hatte Veltheim ihn in Berlin noch bis Ende 1942 regelmäßig besucht und ihm bis zu dessen Deportation im Januar 1943 Lebensmittel überbringen lassen. Baeck wiederum übersandte ihm fortlaufend die neu entstandenen Manuskriptkapitel seines Werkes "Dieses Volk. Jüdische Existenz", um sie in Sicherheit zu bringen. Nachdem Baeck das Kriegsende im KZ überlebt hatte und nach England und in die USA auswandern konnte, nahmen sie ab 1945 ihren Briefwechsel wieder auf und nun unterstützte Baeck wiederum den Flüchtling Veltheim finanziell.Weitere InformationsquelleWikipedia08.09.2025
- FreundschaftGert Wollheim zählte zu Veltheims Freunden aus seiner Münchner Zeit und war auf Schloss Ostrau zu Gast.Weitere InformationsquelleWikipedia08.09.2025
- Verweist aufDer Nachlass Hans-Hasso Martin Ludolf von Veltheim s, d. h. Tagebücher, Familienpapiere, Materialsammlung zur Orientalistik, Anthroposophie und Spiritismus, wird in der Universitäts- und Landesbibliothek Halle aufbewahrt.Weitere InformationsquelleDatenbank | Nachlassdatenbank Bundesarchiv09.09.2025
Ereignisse
- BetroffenerIm Oktober 1945 wurden Schloss und Gut Ostrau im Zuge der Bodenreform enteignet. Hans-Hasso von Veltheim floh in die westalliierte ZoneWeitere InformationsquelleDeutsches Historisches Museum Blog-Beitrag (26. Mai 2023)26.05.2023
- Wird angeführt inWeitere InformationsquelleWebseite zur Ausstellung01.12.2025
Sammlungen
- SammlungsgründerHans-Hasso von Veltheim besaß eine bedeutende Kunstsammlung sowie eine umfangreiche Bibliothek, die in seinem Schloss in Ostrau untergebracht war.Weitere InformationsquelleDeutsches Historisches Museum Blog-Beitrag (26. Mai 2023)26.05.2023
Provenienzmerkmale
- Verwendet
Weitere Informationen und Quellen
Forschungsprojekte
Archivalien
Literatur & digitale Angebote
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