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Proveana - Datenbank Provenienzforschung - Deutsches Zentrum Kulturgutverluste

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Projekt

Arnold Blome, Heinrich Glosemeyer und Hugo Oelze – drei Bremer Kaufleute und ihre Rolle im Kunsthandel von 1933 bis 1972. Provenienzforschung an der Kunsthalle Bremen

Projekt-ID
LA13-I2010
Permanent URL
https://www.proveana.de/de/link/pro10000110
Forschungskontext
  • NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut

Beschreibung

Von Arnold Blome (1894 – 1972), Heinrich Glosemeyer (1896 – 1969) und Dr. Hugo Oelze (1892 – 1967) erwarb die Kunsthalle Bremen während der Zeit des Nationalsozialismus und bis in die spätere Nachkriegszeit zahlreiche, teilweise sehr wertvolle Kunstwerke. Dabei handelt es sich meistens um Ankäufe, insbesondere nach dem Krieg aber auch um großzügige Schenkungen und Vermächtnisse.

Ziel des Forschungsprojekts war es, für jedes der untersuchten Kunstwerke eine lückenlose Besitzerabfolge für die Zeit nach 1933 nachzuweisen. Auf diese Weise sollte überprüft werden, ob sich darunter Kunstwerke befinden, die während des Nationalsozialismus unrechtmäßig enteignet worden sind oder unter politischem Druck veräußert werden mussten.

Die Biografien und Sammlerprofile der drei Männer spiegeln die Geschichte des Museums während des 2. Weltkrieges und der Nachkriegszeit wider. Darüber hinaus bieten sie einen interessanten Einblick in den Kunsthandel dieser Jahre mit seinen regionalen, nationalen und internationalen Verflechtungen.


Arnold Blome (1894 – 1972)

Der Kunsthändler, Sammler und Künstler Arnold Blome verkaufte insgesamt sechs Gemälde, eine Skulptur und 541 Arbeiten auf Papier, größtenteils Handzeichnungen des 19. Jahrhunderts, an die Kunsthalle Bremen. Nach dem Tod seiner Ehefrau Helene 1946 machte er dem Museum zudem 32 Gemälde und 82 Handzeichnungen als "Vermächtnis Helene & Arnold Blome, Bremen" zum Geschenk.


Erste Forschungsergebnisse

Insgesamt lässt sich in Bezug auf den Gemäldebestand Blome in der Kunsthalle Bremen festzustellen, dass nach heutigem Wissensstand kein konkreter Verdacht auf einen NS-verfolgungsbedingten Entzug festzustellen ist.

Unter den 45 Handzeichnungen und Aquarellen, die Blome zwischen 1933 und 1940 im Auftrag der Kunsthalle Bremen auf verschiedenen Auktionen, wie 1938 bei Weinmüller in München (Sammlung Michael Berolzheimer und Sammlung Siegfried Lämmle) und 1933 bei Perl in Berlin (Sammlung Curt Glaser) ersteigert hatte, befanden sich hingegen sieben Papierarbeiten, die nachweislich aus Sammlungen stammten, deren jüdische Eigentümer während der NS-Zeit verfolgt wurden. Dabei handelt es sich vorwiegend um italienische und französische Zeichnungen aus dem 17. – 19. Jahrhundert.

Im April 2013 wurde die Zeichnung "Rückenfigur einer Frau im faltigen Gewande" von Giacomo Cavedone (1577–1660), an die Erben des ursprünglichen Eigentümers Dr. Michael Berolzheimer restituiert. Die übrigen sechs Zeichnungen aus den Sammlungen Berolzheimer, Siegfried Lämmle und Curt Glaser waren während des 2. Weltkriegs auf Schloss Karnzow in Brandenburg ausgelagert und werden seitdem als kriegsbedingte Kulturgutverluste der Kunsthalle vermisst. Ihre Suchmeldungen in der Lost Art-Datenbank wurden entsprechend der Provenienzen aus den jüdischen Sammlungen aktualisiert.

Heinrich Glosemeyer (1896 – 1968)

Von dem Bremer Großhandelsvertreter für Süsswaren Heinrich Glosemeyer erwarb das Museum zehn wertvolle Gemälde, fünf davon als Geschenk.


Hugo Oelze (1892 – 1967)

Der Jurist Hugo Oelze stammte aus einer angesehenen Bremer Kaufmannsfamilie und lebte seit den 1920er-Jahren in Amsterdam, wo er im engen Kontakt zu seiner Heimatstadt Bremen mit Kunst handelte und seine private Sammlung aufbaute. Neben dem Verkauf eines Gemäldes und der Schenkung einer Plakette vermachte er dem Museum nach seinem Tod fünf bedeutende Gemälde.

Informationen zu den untersuchten Gemälden und Skulpturen sind im Online-Katalog der Kunsthalle Bremen abrufbar.

Prinzipien, Methoden und aktuelle Ergebnisse der Provenienzforschung werden durch regelmäßige museumspädagogische Veranstaltungen wie Führungen, Kunstpausen und Vorträge auch dem breiten Publikum vermittelt. Die spezielle Fort- und Weiterbildung in diesem Arbeitsbereich für Praktikanten, Volontäre und Restauratoren ist der Kunsthalle Bremen ein wichtiges Anliegen.

Die Ergebnisse der Kontextforschung zu den drei Bremer Sammlern und die ausführlichen Einzelfall-Analysen zur Provenienz der Kunstwerke wurden in einer Ausstellung der Kunsthalle Bremen mit Begleitkatalog im Herbst 2014 präsentiert.


© Dr. Brigitte Reuter

Grunddaten

Projektkategorie
Kontextforschung
Zuwendungsempfänger
Kunsthalle Bremen
(Museum)
Ansprechpartner
Dr. Dorothee Hansen
Stellvertretende Direktorin
+49 (0) 421 329 082 60
hansen@kunsthalle-bremen.de
Bundesland
Bremen
Projektlaufzeit
01.12.2010 - 31.12.2013
Projektwebsite
https://www.kunsthalle-bremen.de/de/sb-page/sammlung/forschung/provenienzforsch…
https://onlinekatalog.kunsthalle-bremen.de/kollektion/5
Ortsbezug
Ort
Bremen
Getty
,
GeoNames
Standort
Deutschland, Bremen
Getty
,
GeoNames

Forschungsbericht und Materialien

Für den Zugang zu den Forschungsberichten ist ein sogenannter erweiterter Zugang notwendig. Dieser kann beim Zentrum beantragt werden und setzt ein „berechtigtes Interesse“ voraus. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie in der Ausführlichen Anleitung. Sollten Sie bereits über ein Nutzerkonto mit erweitertem Zugang verfügen, loggen Sie sich bitte ein.

Zugehörige Ausstellungen und Publikationen

Ausstellung
Eine Frage der Herkunft. Drei Bremer Sammler und die Wege ihrer Bilder im Nationalsozialismus.
Projektveröffentlichung
Hansen, Reuter (Hg.): Eine Frage der Herkunft. Drei Bremer Sammler und die Wege ihrer Bilder im Nationalsozialismus, 2014.

Inhaltliche Bezüge

Personen/Körperschaften

  • Verweist auf
    Blome, Arnold
  • Verweist auf
    Glosemeyer, Heinrich
  • Verweist auf
    Berolzheimer, Michael
  • Verweist auf
    Perl, Max
  • Verweist auf
    Max Perl (Firma)
  • Verweist auf
    Kunsthalle Bremen
  • Verweist auf
    Internationales Kunst- und Auktions-Haus GmbH <Berlin>

Sammlungen

  • Verweist auf
    Sammlung Arnold und Helene Blome
  • Verweist auf
    Sammlung Michael Berolzheimer
  • Verweist auf
    Sammlung Heinrich Glosemeyer
  • Verweist auf
    Sammlung Hugo Oelze

Archivalien

  • Verweist auf
    Archivbestand Focke-Museum: Inventarbücher
  • Verweist auf
    Archivbestand Focke-Museum: Korrespondenz Arnold Blome mit dem Focke-Museum
  • Verweist auf
    Bestand Dokumente zu Arnold Blome und der Sammlung Arnold Blome
  • Verweist auf
    Korrespondenz Heinrich Glosemeyer mit der Kunsthalle Bremen (Direktor Emil Waldmann)
  • Verweist auf
    Bestand Hugo Oelze
  • Verweist auf
    Archivalien Heinrich Glosemeyer
  • Verweist auf
    Archivalien zu Heinrich Glosemeyer

Schlagworte

  • Museum
  • Sammler/Sammlerin
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