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Proveana - Datenbank Provenienzforschung - Deutsches Zentrum Kulturgutverluste

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Projekt

Der "Linz-Bestand" im Kupferstichkabinett der SKD

Projekt-ID
LA16-II2009
Permanent URL
https://www.proveana.de/de/link/pro10000178
Forschungskontext
  • NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut

Beschreibung

Ziel des Projektes war es, den sogenannten „Linz-Bestand“ im Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) systematisch zu erforschen und seine Provenienzen soweit wie möglich zu klären. Dies ist in einem die Erwartungen übertreffenden Ausmaße möglich gewesen.

Die Recherchen haben ergeben, dass sich im „Linz-Bestand“ des Kupferstich-Kabinetts der SKD mehrere Druckgrafik-Sammlungen aus nichtjüdischem Privatbesitz in Deutschland befinden, die für den „Sonderauftrag Linz“ angekauft worden waren. Aus der oft umfangreichen Korrespondenz der Verkäufer mit dem „Sonderauftrag Linz“ konnte nicht nur deren Identität festgestellt, sondern auch Informationen zur jeweiligen Sammlungsgeschichte und zur Verkaufsmotivation gewonnen werden. Es handelt sich um relativ späte Verkäufe von nichtjüdischen Besitzern, die ihre Sammlungen, die sie weitestgehend oder vollständig vor 1933 aufgebaut hatten, dem Sonderauftrag - soweit erkennbar - aus freien Stücken anboten. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit konnte ein NS-verfolgungsbedingter Entzug bei etwa der Hälfte des untersuchten Bestandes ausgeschlossen werden. Anhaltspunkte auf verfolgungsbedingten Entzug ließen sich nur bei fünf Druckgrafiken feststellen.

Bei den 415 Zeichnungen konnte für eine kleinere Anzahl ohne Linz-Nummer festgestellt werden, dass sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht zum Bestand „Sonderauftrag Linz“ gehören. Von den verbleibenden Zeichnungen, die mit Sicherheit zum „Linz-Bestand“ gehören, konnten bis auf 10 alle in Rechnungsunterlagen nachgewiesen werden. Bei fünf Zeichnungen wurden Hinweise auf verfolgungsbedingten Entzug festgestellt.

Für 11 Bücher, deren Zugehörigkeit zum Konvolut „Linz“ noch ungeklärt war, konnten Rechnungsunterlagen von Kunsthändlern gefunden und damit auch die Zugehörigkeit zum „Linz-Bestand“ nachgewiesen werden.

Wie erwartet ließ sich insbesondere bei den Handzeichnungen in vielen Fällen lediglich der Kunsthändler, über den das Blatt in den Besitz des Sonderauftrags gekommen war, in Erfahrung bringen. Zahlreiche Zeichnungen kamen aber auch direkt aus Privatbesitz, so dass der Verkäufer mit dem Vorbesitzer identisch ist. Und ein nicht unerheblicher Anteil wurde auf Auktionen erworben. In 48 Fällen hielt der Auktionskatalog Informationen über den Vorbesitzer (in abgekürzter oder verschlüsselter Form) bereit, in zwei Fällen wurden die Namen der Vorbesitzer auch unverschlüsselt angegeben. Auch bei den ersteigerten Druckgrafiken waren über die Auktionskataloge weiterführende Informationen zur Provenienz zu gewinnen.

Sämtliche Rechercheergebnisse zu den Blättern des sogenannten „Linz-Bestandes“ im Kupferstich-Kabinett der SKD wurden unter Angabe relevanter Archivquellen etc. in der Form von Dossiers dokumentiert. Diese Dossiers sind in die Datenbank der SKD übernommen worden, womit die Sicherung der Projektergebnisse gewährleistet ist. Die Ergebnisse, die den Wissenstand von März 2012 widerspiegeln, werden bei Erkenntniszugewinn erweitert.


(c) Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Grunddaten

Projektkategorie
Kontextforschung
Beschreibung Bestand
Sammlung
Zuwendungsempfänger
Staatliche Kunstsammlungen Dresden
(Museum)
Bundesland
Sachsen
Projektlaufzeit
01.07.2010 - 29.02.2012
Projektwebsite
https://www.skd.museum/forschung/provenienzforschung/
Ortsbezug
Ort
Sachsen
Getty
,
GeoNames
Standort
Deutschland, Dresden
Getty
,
GeoNames

Forschungsbericht und Materialien

Für den Zugang zu den Forschungsberichten ist ein sogenannter erweiterter Zugang notwendig. Dieser kann beim Zentrum beantragt werden und setzt ein „berechtigtes Interesse“ voraus. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie in der Ausführlichen Anleitung. Sollten Sie bereits über ein Nutzerkonto mit erweitertem Zugang verfügen, loggen Sie sich bitte ein.

Inhaltliche Bezüge

Personen/Körperschaften

  • Verweist auf
    Welcker, Albertus
  • Verweist auf
    Bundesdenkmalamt (Wien)
  • Verweist auf
    Albertina Wien
  • Verweist auf
    Guthmann, Johannes
  • Verweist auf
    Bauer, Marius
  • Verweist auf
    Hitler, Adolf
  • Verweist auf
    Koenigs, Franz
  • Verweist auf
    Johann Georg, Sachsen, Herzog
  • Verweist auf
    Göpel, Erhard
  • Verweist auf
    Gurlitt, Hildebrand Paul Theodor Ludwig
  • Verweist auf
    Posse, Hans
  • Verweist auf
    Voss, Hermann
  • Verweist auf
    Schubert, Franz
  • Verweist auf
    Klihm, Hans Hellmut
  • Verweist auf
    Baumert
  • Verweist auf
    Elperting, Franz
  • Verweist auf
    Anonymer Rechtsanwalt
  • Verweist auf
    Gutmann, Rudolf von
  • Verweist auf
    Bondy, Oscar
  • Verweist auf
    Staatliche Kunstsammlungen Dresden
  • Verweist auf
    Sonderauftrag Linz
  • Verweist auf
    C. G. Boerner, Auktions-Institut, Kunst- und Buchantiquariat
  • Verweist auf
    Auktionshaus Paul Brandt
  • Verweist auf
    Sowjetische Trophäenkommission
  • Verweist auf
    Staatliche Gemäldegalerie zu Dresden
  • Verweist auf
    Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek
  • Verweist auf
    Brandt, Paul

Ereignisse

  • Verweist auf
    Auktionshaus Paul Brandt <Amsterdam>: Versteigerung 129 Blätter der Sammlung Dr. A. Welcker, 20.06.1944-23.06.1944.
  • Verweist auf
    C. G. Boerner, Auktions-Institut, Kunst- und Buchantiquariat <Leipzig>: Deutsche Handzeichnungen aus der Sammlung Weiland Prinz Johann Georg, Herzog zu Sachsen und aus anderem Besitz, 24.-25.04.1940.

Sammlungen

  • Verweist auf
    Otto Greiner-Sammlung
  • Verweist auf
    Sammlung Chodowiecki
  • Verweist auf
    Privatsammlung Baumert
  • Verweist auf
    Sammlung Dr. A. Welcker
  • Verweist auf
    Sammlung Rudolf Gutmann
  • Verweist auf
    Sammlung Sonderauftrag Linz
  • Verweist auf
    Sammlung Adolf Hitler
  • Verweist auf
    Sammlung Oscar Bondy
  • Verweist auf
    Sammlung Franz Koenigs
  • Verweist auf
    Sammlung Johann Georg Herzog zu Sachsen

Archivalien

  • Verweist auf
    Kunstwerke der Sammlung Oscar Bondy in Verwahrung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Übergabe von Zeichnungen an das Österreichische Bundesdenkmalamt Wien am 23. Juni 1966 zur Rückführung an die Eigentümer
  • Verweist auf
    Treuhandverwaltung von Kulturgut bei der Oberfinanzdirektion München: Korrespondenz zum "Sonderauftrag Linz“
  • Verweist auf
    Bestand Treuhandverwaltung von Kulturgut bei der Oberfinanzdirektion München

Literatur & digitale Angebote

  • Verweist auf
    Rezensionen - Bucher zum NS-Kunstraub und zum “Sonderauftrag Linz, 2007.
  • Verweist auf
    Missing Old Master Drawings from the Franz Koenigs Collection chlaimed by the State of The Netherlands, 1989.
  • Verweist auf
    C. G. Boerner, Auktions-Institut, Kunst- und Buchantiquariat <Leipzig> (Hg.): Deutsche Handzeichnungen aus der Sammlung Weiland Prinz Johann Georg, Herzog zu Sachsen und aus anderem Besitz, 24.-25.04.1940.

Schlagworte

  • Museum
  • Sonderauftrag Linz
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