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Proveana - Datenbank Provenienzforschung - Deutsches Zentrum Kulturgutverluste

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Projekt

Käthe Kollwitz und Julius Freund

Projekt-ID
KU05-2015
Permanent URL
https://www.proveana.de/de/link/pro10000091
Forschungskontext
  • NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut

Beschreibung

Der Name Julius Freund stand und steht in Fachkreisen für die Qualität einer feinen Sammlung von Werken deutscher Künstler des 19. Jahrhunderts. Viele Jahre lang begleitete er Aufbau und Ausstellungen Berliner Kunstmuseen. Als jüdischer Berliner bedroht und später verfolgt, gelang es Julius Freund 1933 einen Teil seiner Sammlung als Dauerleihgabe an das Kunstmuseum Winterthur vor dem Zugriff der Nationalsozialisten zu schützen. Nach seinem Tod im Exil in England wird seine Sammlung 1942 in Luzern versteigert. Beachtung findet die Sammlung Julius Freund erneut seit der ersten Empfehlung der sogenannten Limbach-Kommission zur Restitution von vier Werken der Sammlung in Bundeseigentum im Jahr 2005. Einige Werke aus der Sammlung Freund befinden sich heute auch im Besitz des Käthe Kollwitz Museums Berlin. Im Auftrag des Käthe-Kollwitz-Museums Berlin und dank der Förderung durch das Deutsche Zentrum für Kulturgutverluste wurde die genaue Provenienz zweier Zeichnungen von Käthe Kollwitz im Zeitraum von 1942-1945 im Rahmen einer Förderung für kurzfristigen Bedarf erforscht. Die Ergebnisse werden zeitnah veröffentlicht und sollen mittelfristig in einer Ausstellung die besondere Beziehung von Julius Freund und Käthe Kollwitz zeigen.

Der Auftrag sah vor zu prüfen, ob und wie die beiden Zeichnungen Kollwitz aus der Sammlung Freund 1942 versteigert wurden und zu beurteilen, ob unter Berücksichtigung der Washingtoner Prinzipien und der Theresienstädter Erklärung Ansprüche auf Restitution bestehen könnten und Klärung mit der Erbengemeinschaft nach Clara und Julius Freund bedürfen. Daneben sollte die Durchsicht neuer Quellen weitere Hinweise auf die wirtschaftliche Situation der Familie Freund zum Zeitpunkt des Verkaufs erbringen.

Es wurden 2 Werke aus dem Käthe-Kollwitz-Museum Berlin, die aus der früheren Sammlung Freund stammen, geprüft. Die Provenienz aus dieser Sammlung ist für den Zeitraum zwischen 1933 und 1945 bedenklich und es liegen Hinweise auf einen Zusammenhang auf einen NS-verfolgungsbedingten Entzug vor. Es konnten nicht alle Fragen geklärt werden, weshalb ein fortgesetzter Forschungsbedarf besteht. Die beiden Werke werden gemäß der Kategorien der Arbeitsstelle für Kulturgutverluste in die Kategorie 2 zugeteilt.


Auflistung der für das Projekt relevanten handelnden historischen Personen und Institutionen


Käthe Kollwitz (1867-1945) und ihr Archiv, Archiv der Akademie der Künste Berlins.

Käthe Kollwitz Museum Berlin

Familie Freund: Julius Freund (1869-1941) , Ehefrau Clara Freund geb. Dresel (1878-1946), Sohn

Hans Max Freund (ab 1957 Friend, 1905-1988), Tochter Gisèle Freund (1908-2001)

Dr. Anthony Friend (*1938), Enkel des Sammlers, verwahrt Familienarchiv, Ottawa

Dr. Fritz Nathan (1895-1972), Kunsthändler, und sein Geschäftsarchiv

Dr. Theodor Fischer (1878-1957), Kunsthändler, und Firmenarchiv


Öffentliche und private Institutionen


Schweiz

Kunstmuseum Winterthur und die dort befindliche Kunstsammlung. Dort findet sich auch heute

noch die Dokumentation der Sammlung Freund für den Zeitraum von 1933-1941

Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz» und Archiv, Winterthur

Kunstmuseen und ihre Archive in Bern, Zürich und Basel

Schweizerisches Bundesarchiv, Bern Dossiers Fischer

Galerie Gutekunst und Klipstein, sowie Galerie und Archiv Kornfeld, Bern


Deutschland

Jüdisches Museum Berlin

Landesarchiv Berlin

Berlin Amtsgericht Schöneberg

Berlin Zentralarchiv SMB

Stadtmuseum Berlin, Archiv

Akademie der Künste, Gisèle Freund Archiv (digital noch nicht erschlossen)

Bundesarchiv, Koblenz


Frankreich

Archiv Gisèle Freund im IMEC (Institut Mémoires de l'édition contemporaine)


(c) Käthe Kollwitz Museum Berlin

Grunddaten

Projektkategorie
Einzelfallrecherche
Beschreibung Bestand
Sammlung
Zuwendungsempfänger
Käthe-Kollwitz-Museum Berlin
(Museum)
Bundesland
Berlin
Projektlaufzeit
01.10.2015 - 29.02.2016
Ortsbezug
Ort
Berlin
Getty
,
GeoNames
Standort
Deutschland, Berlin
Getty
,
GeoNames

Forschungsbericht und Materialien

Für den Zugang zu den Forschungsberichten ist ein sogenannter erweiterter Zugang notwendig. Dieser kann beim Zentrum beantragt werden und setzt ein „berechtigtes Interesse“ voraus. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie in der Ausführlichen Anleitung. Sollten Sie bereits über ein Nutzerkonto mit erweitertem Zugang verfügen, loggen Sie sich bitte ein.

Inhaltliche Bezüge

Personen/Körperschaften

  • Verweist auf
    Freund, Julius
  • Verweist auf
    Freund, Gisèle
  • Verweist auf
    Nathan, Fritz
  • Verweist auf
    Klipstein, August Maria
  • Verweist auf
    Fischer, Theodor
  • Verweist auf
    Freund, Clara
  • Verweist auf
    Freund, Hans Max
  • Verweist auf
    Friend, Anthony
  • Verweist auf
    Kollwitz, Käthe
  • Verweist auf
    Helbing, Hugo
  • Verweist auf
    Reinhart, Oskar
  • Verweist auf
    Galerie Fischer (Luzern)
  • Verweist auf
    Kunstmuseum Winterthur
  • Verweist auf
    Kunstmuseum Bern
  • Verweist auf
    Kunstmuseum Basel
  • Verweist auf
    Kunsthaus Zürich
  • Verweist auf
    Gutekunst und Klipstein (Firma)

Ereignisse

  • Verweist auf
    Galerie Fischer <Luzern>: Sammlung Julius Freund. Aus dem Besitz Frau Dr. G. Freund, Buenos Aires. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphik, 21.03.1942.
  • Verweist auf
    Käthe Kollwitz und ihre Freunde

Sammlungen

  • Verweist auf
    Sammlung Julius Freund

Archivalien

  • Verweist auf
    Käthe-Kollwitz-Archiv
  • Verweist auf
    Nachlass Dr. Fritz Nathan
  • Verweist auf
    Akten zur Bibliothek Julius Freund, Auktion Nr. 147, Korrespondenz und Versicherungen
  • Verweist auf
    Ausstellungsaktivitäten und ein Dossier zu Freund
  • Verweist auf
    Dokumente zur Sammlung Freund und Familienkorrespondenz
  • Verweist auf
    Dossiers zu Fischer und Unterlagen der Bergier Kommission
  • Verweist auf
    Handexemplar des Katalogs Auktion Sammlung Freund der Galerie Gutekunst und Klipstein und Ankaufsbuch
  • Verweist auf
    Dokumente der Familie Freund
  • Verweist auf
    Dokumente zu Freund und Dresel
  • Verweist auf
    Notarielle Liste der Kunstsammlung Freund
  • Verweist auf
    Korrespondenz von und an Julius Freund
  • Verweist auf
    Korrespondenz mit Walter Stengel, Leihgaben
  • Verweist auf
    Korrespondenz und Werk von Gisèle Freund
  • Verweist auf
    Korrespondenz zur Versteigerung der Sammlung Freund
  • Verweist auf
    Korrespondenz zu verschiedenen Ausstellungen der Sammlung Freund
  • Verweist auf
    Fotos 1925-1933 und Korrespondenz Gisèle Freund
  • Verweist auf
    Gisèle Freund - Sammlung Neyer-Schoop

Literatur & digitale Angebote

  • Verweist auf
    Auswahl und Verbleib, 2015.
  • Verweist auf
    Aus dem Käthe Kollwitz-Werk, 1930.
  • Verweist auf
    Aus der Werkstatt des Kunstsammlers, 1925.
  • Verweist auf
    Brief an seine Schwester Gisèle, 1957.
  • Verweist auf
    Das Käthe Kollwitz-Werk, 1925.
  • Verweist auf
    Francini, Heuß, Kreis: Fluchtgut - Raubgut. Der Transfer von Kulturgütern in und über die Schweiz 1933-1945 und die Frage der Restitution, 2001.
  • Verweist auf
    Gisèle Freund. Ein Leben, 2008.
  • Verweist auf
    Käthe Kollwitz, Mutter und Kind, Gestalten u. Gesichte d. Künstlerin, 1928.
  • Verweist auf
    Käthe Kollwitz. Die Tagebücher 1908-1943, 2012.
  • Verweist auf
    Verzeichnis der Gemälde der Sammlung Julius Freund, 1927.
  • Verweist auf
    Klipstein, A.: Handexemplar Versteigerung der Sammlung Freund. Luzern: Archiv der Galerie Eberhard Kornfeld, Bern 1942.
  • Verweist auf
    Knesebeck: Aus bedeutenden Sammlungen neu vereint. 20 Jahre Käthe Kollwitz Sammlung der Kreissparkasse Köln, 2003.
  • Verweist auf
    Monnier, A.: Haushaltsbuch. Paris, Caen, Frankreich, 1937-1940: IMEC - ADR 2 E1-02.24.
  • Verweist auf
    Nagel, O.: Käthe Kollwitz. Die Handzeichnungen. Berlin/DDR, 1972, 1980
  • Verweist auf
    Nathan, F.: Brief an Clara Freund. S. Archiv der Galerie Fischer Luzern. 06.12.1941.
  • Verweist auf
    Nathan, F.: Brief an Direktion Kunstmuseum Basel. St. Gallen. Mai 1941.
  • Verweist auf
    Neumann: „Besondere Köstlichkeiten“ – die Sammlung Julius und Clara Freund: Aufbau, Auswahl und Verbleib, 2015.
  • Verweist auf
    Seeler, Annette; F. M.: Käthe Kollwitz : Zeichnung, Grafik, Plastik ; Bestandskatalog des Käthe-Kollwitz-Museums Berlin. Seemann : Leipzig 1999.
  • Verweist auf
    Weltkunst. (7. Juni 1942). Auktion der Sammlung Julius Freund. Weltkunst Band XVI, Nr. 23/24, S. 3.
  • Verweist auf
    World Collectors Annuary. Fred a.v. Braam [Hrsg.], 1962.
  • Verweist auf
    Galerie Fischer <Luzern> (Hg.): Sammlung Julius Freund. Aus dem Besitz Frau Dr. G. Freund, Buenos Aires. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphik, 21.03.1942.
  • Wird angeführt in
    Finsterer, Böttcher: Käthe Kollwitz und ihre Freunde, 2018.

Schlagworte

  • Museum
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