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Proveana - Datenbank Provenienzforschung - Deutsches Zentrum Kulturgutverluste

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Projekt

Kolonialzeitliche Sammlungen aus Indonesien in Niedersachsen. Eine deutsch-niederländisch-indonesische Verflechtungsgeschichte

Projekt-ID
KK_LA09_I2024
Permanent URL
https://www.proveana.de/de/link/pro00000266
Forschungskontext
  • Kultur- und Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten

Beschreibung

Koordiniert vom Museumsverband für Niedersachsen und Bremen e.V. (MVNB) und gefördert durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste gehört das Projekt zu den ersten systematischen Untersuchungen indonesischer Sammlungen in Niedersachsen. Der MVNB stärkt damit die Provenienzforschung als seine übergeordnete Aufgabe und fördert die Qualität, Transparenz und Verantwortung für diesen Bereich in der Museumsarbeit.

Die Studie untersucht Bestände, die zwischen 1830 und 1930 erworben wurden und über 1.400 Objekte umfassen – von menschlichen Überresten, geheim-sakralen Objekten und rituellen Gegenständen bis hin zu Textilien, Manuskripten und naturkundlichen Präparaten – die sich in den Museen in Hannover, Hildesheim, Göttingen, Oldenburg, Emden und Braunschweig befinden. Komplexe heterogene Netzwerke des Austauschs, der Aneignung und der Übersetzung zwischen Indonesien, den Niederlanden und Deutschland prägten diese Sammlungen.

In der ersten Projektphase wurden die Biografien von 51 Sammlern rekonstruiert, die eine vielfältige Gruppe von Akteuren – Wissenschaftler, Ärzte, Missionare, Kaufleute und Kolonialbeamte – offenbaren, deren Tätigkeiten sich über den gesamten indonesischen Archipel erstreckten. Die Ergebnisse zeigen, wie menschliche Überreste und Objekte rituellen oder wissenschaftlichen Wissens aus ihren ursprünglichen Kontexten gelöst, unter europäische Klassifikationen gestellt und innerhalb imperialer Systeme von Wissen und Prestige zirkuliert wurden. So konnten Fehlzuordnungen identifiziert werden – etwa "Batak"-Manuskripte aus Südsumatra oder Kris, die über unterschiedliche Wege nach Deutschland gelangten. Sie verdeutlichen, wie koloniale Hierarchien epistemische Autorität und Sammlungspraxis formten.

Zur Auseinandersetzung mit diesen Asymmetrien arbeitet das Projekt mit Partnern in Indonesien und den Niederlanden zusammen, um gemeinsame Ansätze im Umgang mit sensiblen Beständen, darunter menschliche Überreste, zu entwickeln und zu einem transparenten und dekolonialen Verständnis des indonesischen kulturellen und naturkundlichen Erbes in den Museen Niedersachsens beizutragen.

Um diese internationalen Kooperationen zu stärken und den künftigen Umgang, etwa mögliche Restitutionen und Repatriierungen, auf einem kollaborativen Level diskutieren zu können, wird im zweiten Projektjahr eine internationale Konferenz stattfinden.

Grunddaten

Projektkategorie
Forschung zu Region
Beschreibung Bestand
Sammlung
Zuwendungsempfänger
Museumsverband für Niedersachsen und Bremen e.V.
(Verwaltung)
Kooperationspartner
Landesmuseum Hannover. Koordinationsstelle des Netzwerks Provenienzforschung in Niedersachsen
Kooperationspartner
Niedersächsischen Landesmuseums Hannover. Ethnologische Sammlung
Kooperationspartner
Städtisches Museum Braunschweig
Kooperationspartner
Staatliches Naturhistorisches Museum (Braunschweig)
Kooperationspartner
Georg-August-Universität Göttingen. Institut für Ethnologie
Kooperationspartner
Georg-August-Universität Göttingen. Ethnologische Sammlung
Kooperationspartner
Roemer- und Pelizaeus Museum Hildesheim
Kooperationspartner
Naturforschende Gesellschaft zu Emden von 1814
Kooperationspartner
Ostfriesisches Landesmuseum Emden
Kooperationspartner
Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg
Bundesland
Niedersachsen
Projektlaufzeit
01.10.2024 - 30.09.2026
Ortsbezug
Ort
Niedersachsen
Getty
,
GeoNames
Standort
Deutschland, Hannover
Getty
,
GeoNames

Forschungsbericht und Materialien

Proveana liegt aktuell kein Forschungsbericht vor. Das kann unterschiedliche Ursachen haben. Bei Fragen erreichen Sie uns unter proveana@kulturgutverluste.de

Schlagworte

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