Kunstsammlungen jüdischer Familien in Leipzig in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
Beschreibung
Im Rahmen des Kontext-Forschungsprojekts "Kunstsammlungen jüdischer Familien in Leipzig in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts" werden die Kunstsammlungen von Leipziger Familien untersucht, die der jüdischen Religionsgemeinschaft angehörten oder nach 1933 auf Grundlage der nationalsozialistischen Rassengesetze als jüdisch kategorisiert wurden.
Ausgehend von bereits bekannten Namen, wie die der Familien Kirstein und Hinrichsen, leistet das Museum der bildenden Künste in diesem Projekt weitestgehend Grundlagenforschung. Denn viele Familien und deren Schicksale sind heute in Vergessenheit geraten. An diese möchten wir erinnern, ihre Geschichten erzählen und ihr damaliges Engagement für das kulturelle Leben in der Stadt Leipzig sichtbar machen. Somit liegt der Fokus auf denjenigen Sammlungen, die noch beim Machtantritt der Nationalsozialisten existierten und in der Folge des Nationalsozialismus auseinandergerissen, zerstört oder verkauft wurden.
Das Projekt wird sich 22 Familien widmen, die nachweislich eine Kunstsammlung besaßen oder für die ein größerer Kunstbesitz angenommen werden kann, so beispielsweise die Familie Halberstam, Heilpern, Jolowicz, Kroch, Lilienfeld, Nachod, Platky und Ury. Neben den Biografien erforschen wir die Zusammensetzung der Sammlungen, den Verbleib der Kunstwerke sowie die Beziehungen der Familien zu dem Museum.
Das Ziel ist es, die Geschichte der heute vielfach vergessenen Kunstsammler*innen wieder im Gedächtnis der Stadt Leipzig zu verankern. Die Forschungsergebnisse werden 2026 in einer Sonderausstellung im Museum der bildenden Künste im Rahmen von "TACHELES 2026. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen" der Öffentlichkeit präsentiert.
© Museum der bildenden Künste
Grunddaten
Forschungsbericht und Materialien
Proveana liegt aktuell kein Forschungsbericht vor. Das kann unterschiedliche Ursachen haben. Bei Fragen erreichen Sie uns unter proveana@kulturgutverluste.de