London commercial outlets: Londoner Handels- und Auktionshäuser als Drehscheibe für ozeanische Cultural Belongings und Ancestral Remains in deutschen Museumssammlungen (1880–1955)
Beschreibung
Das Projekt untersucht die weitreichende, bislang jedoch kaum bekannte Rolle Londoner Handelsunternehmen bei der Beschaffung ozeanischer Cultural Belongings und Ancestral Remains für deutsche Museen zwischen 1880 und 1955. Durch die Rekonstruktion dieser kommerziellen und institutionellen Netzwerke werden Erwerbswege sichtbar gemacht, Provenienzangaben präzisiert und die Grundlage für einen informierten Austausch zwischen Museen und Herkunftsgemeinschaften gestärkt.
Im Zentrum der Forschung steht die digitale Übersetzung, Analyse und Verknüpfung komplexer und eng miteinander verbundener Geschäftsunterlagen von Londoner ethnografischen Handelshäusern, die erst seit Kurzem zugänglich sind. Diese Arbeit wird ergänzt durch Archivrecherchen zu Erwerbsvorgängen zwischen deutschen Händlern, Handelshäusern, privaten 'Sammlern' und Museen. Auf diese Weise ermöglicht das Projekt eine vergleichende Analyse von Provenienzdokumentationen über nationale Kontexte hinweg.
Ein besonderer Forschungsschwerpunkt liegt auf Handelsunterlagen, die Verkäufe an das Wellcome Historical Medical Museum in London dokumentieren. Die Wellcome Collection wurde Mitte des 20. Jahrhunderts aufgelöst; in diesem Zusammenhang gelangten in den 1950er Jahren umfangreiche Sammlungsbestände in deutsche Institutionen.
Durch die Analyse dieser Aufzeichnungen und ihre Verknüpfung mit Informationen aus Museumskatalogen sowie mit Etiketten einzelner Cultural Belongings zeigt das Projekt das Potenzial kommerzieller Archive auf, das Wissen über die Provenienz von Museumssammlungen erheblich zu erweitern.
© Universität Potsdam
Grunddaten
Forschungsbericht und Materialien
Proveana liegt aktuell kein Forschungsbericht vor. Das kann unterschiedliche Ursachen haben. Bei Fragen erreichen Sie uns unter proveana@kulturgutverluste.de