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Proveana - Datenbank Provenienzforschung - Deutsches Zentrum Kulturgutverluste

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Projekt

Raub- und Beutegut-Recherche in der Bibliothek des Seminars für Deutsche Philologie / Bestände aus verfolgungsbedingten Zwangsverkäufen in den Bibliotheken des Seminars für Deutsche Philologie, des Skandinavistischen Seminars, der Sprachwissenschaft, Mittlere und Neuere Geschichte der Universität

Projekt-ID
LA20-I2009
Permanent URL
http://www.proveana.de/de/link/pro10000237
Forschungskontext
  • NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut

Beschreibung

Als Raub- und Beuteliteratur sind Bücher anzusehen, die im Zuge von Beschlagnahmungen bei verbotenen und aufgelösten Organisationen sowie bei der Enteignung von Emigranten und deportierten jüdischen Mitbürgern durch Organe der NSDAP sowie des Staates geraubt bzw. in den während des Zweiten Weltkriegs besetzten Gebieten erbeutet wurden. Große Teile dieser Buchbestände wurden vernichtet, andere finden sich aber heute noch in wissenschaftlichen Bibliotheken. Die Ermittlung und Restitution dieser Bestände ist als wichtiges Forschungsthema erkannt, dem sich das Projekt widmet.
Einen Ausgangspunkt der Forschungsinitiative bildeten Hinweise auf nationalsozialistisches Raub- und Beutegut aus den Jahren 1933 bis 1945, die sich während der Vorbereitungen der Ausstellung ... und euch zum Trotz, die im Mai 2008 im Alten Rathaus gezeigt worden ist, ergaben. Die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek hat daraufhin ein umfassendes Forschungsprojekt zur Ermittlung und Restitution von in der Zeit des Nationalsozialismus unrechtmäßig erworbener Literatur begonnen.
In enger Kooperation damit verfolgt das Projekt am SDP die Fragestellung, inwiefern sich auch in den Bibliotheken des Seminars für Deutsche Philologie und des Skandinavischen Seminars unrechtmäßig erworbene Raub- und Beuteliteratur ermitteln lässt.
Das Forschungsprojekt nahm nach einjährigen Recherchen seine Arbeit am 15. Juni 2009 unter der Leitung von apl. Prof. Frank Möbus auf. Eines seiner Ziele ist es, die Ergebnisse der Provenienzrecherchen in den Online-Katalogen der Bibliotheken und der internationalen Lost Art-Datenbank zu dokumentieren, damit schließlich auch eine Restitution geraubter oder erbeuteter Bücher möglich werden kann. Außerdem sind flankierende Publikationen, Lehrveranstaltungen und ein Symposion geplant.
Das Projekt wurde in den Jahren 2009/10 von der Arbeitsstelle für Provenienzforschung am Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz aus dem Haushalt des Kulturstaatsministers für den Zeitraum von einem Jahr mit rund 67.000 € gefördert. Die Stiftung Niedersachsen unterstützte das Projekt mit einem Betrag von 10.000 €; die Philosophische Fakultät stellte großzügige Mittel zur Beschäftigung studentischer Hilfskräfte bereit.
Im Sommer 2010 wurde das Projekt wiederum durch eine umfangreiche Fördermaßnahme der Arbeitsstelle für Provenienzforschung zunächst bis Mitte 2011 verlängert, auch deshalb, weil sich aus den Ergebnissen des ersten Forschungsjahres zum Teil weit reichende Konsequenzen auch für andere Institutsbibliotheken – nicht nur in Göttingen – ergeben haben.

© Universität Göttingen - Seminar für Deutsche Philologie

Grunddaten

Projektkategorie
Systematische Prüfung von Sammlungsbeständen
Beschreibung Bestand
Bibliotheksgut
Zuwendungsempfänger
Universität Göttingen - Seminar für Deutsche Philologie
(Universität)
Bundesland
Niedersachsen
Projektlaufzeit
16.06.2009 - 30.06.2012
Projektwebsite
http://www.uni-goettingen.de/de/zum-stand-der-dinge/187332.html
Ortsbezug
Ort
Niedersachsen
Getty
,
GeoNames
Standort
Deutschland, Göttingen
Getty
,
GeoNames

Forschungsbericht und Materialien

Für den Zugang zu den Forschungsberichten ist ein sogenannter erweiterter Zugang notwendig. Dieser kann beim Zentrum beantragt werden und setzt ein „berechtigtes Interesse“ voraus. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie in der Ausführlichen Anleitung. Sollten Sie bereits über ein Nutzerkonto mit erweitertem Zugang verfügen, loggen Sie sich bitte ein.

Inhaltliche Bezüge

Personen/Körperschaften

  • Verweist auf
    Blau, Ernst
  • Verweist auf
    Krause, Wolfgang
  • Verweist auf
    Munksgaard, Einaar
  • Verweist auf
    Gollmann, Otto
  • Verweist auf
    Polak, Otto
  • Verweist auf
    Manasse, N.N.
  • Verweist auf
    Reichsinstitut für Geschichte des neuen Deutschlands
  • Verweist auf
    Universität Göttingen - Seminar für Deutsche Philologie
  • Verweist auf
    Bibliothek des Seminars für Deutsche Philologie der Universität Göttingen
  • Verweist auf
    Buchhandlung Otto Gollmann
  • Verweist auf
    Deutsches Ahnenerbe

Archivalien

  • Verweist auf
    Bestand „Das Ahnenerbe“: Korrespondenz: Forschungsstätte Runen- und Sinnbildkunde: Organisation und Projekte, Band 2
  • Verweist auf
    Bestand NS 21 Forschungs- und Lehrgemeinschaft "Das Ahnenerbe"
  • Verweist auf
    Bestand „Das Ahnenerbe“: Korrespondenz: Tageskopien ausgehender Schreiben, Band 37
  • Verweist auf
    Bestand „Das Ahnenerbe“: Reichsgeschäftsführer: Korrespondenz: Film, Rundfunk, SS-Hauptreitschule
  • Verweist auf
    Bestand R 58 Reichssicherheitshauptamt: Forschungsstreit Bd. 2
  • Verweist auf
    Bestand R 56-V Reichsschrifttumskammer: Verbot von Literatur, Säuberung von Leihbüchereien

Literatur & digitale Angebote

  • Verweist auf
    Stadler (Hg.): Kontinuität und Bruch 1938 - 1945 - 1955, 2004.
  • Verweist auf
    Brückner u.a.: Judentum und Musik, 1938.
  • Verweist auf
    Jörg Osterloh: Nationalsozialistische Judenverfolgung im Reichsgau Sudetenland 1938-1945, München 2006, S. 217
  • Verweist auf
    Katja Gruber: „Arisierung" im österreichischen Buchhandel. (Diplomarbeit) Universität Wien 2009
  • Verweist auf
    Markus Stumpf: „Die Bibliothek ist nicht mehr vollständig.“, (2010).
  • Verweist auf
    Murray G. Hall: Österreichische Verlagsgeschichte 1918 – 1938
  • Verweist auf
    Albrink u.a.: Leitfaden für die Ermittlung von NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut in Bibliotheken, 2005.
  • Verweist auf
    Schroeder: Die „Arisierung“ jüdischer Antiquariate zwischen 1933 und 1942, 2009.
  • Verweist auf
    Schroeder: Die „Arisierung“ jüdischer Antiquariate zwischen 1933 und 1942. Teil II, 2009.

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