Sammlung Adolf Diehl
Grunddaten
Die Sammlung Adolf Diehl beinhaltet materielles, außereuropäisches Kulturgut, u.a. aus Togo, Benin und Ghana.
Adolf Diehl erstand Objekte, z.B. die der Dagomba, der Kabiyé und der Tovér Ewe, aus der Kriegsbeute anderer Kolonisatoren. Er verfügte über koloniale Wirtschaftsnetzwerke, durch die er vermutlich bei lokalen Handwerker:innen in großem Umfang Gegenstände anfertigen ließ, um diese gewinnbringend an deutsche Museen weiterzuverkaufen. Hierbei handelt es sich um Duplikate beziehungsweise Kopien, die Diehl vor Ort herstellen ließ. Einige Objekte wurden von Adolf Diehl in seinen Aufzeichnungen als Fundstücke vermerkt, bei denen davon auszugehen ist, dass Diehl sie sich unbefugt angeeignet hat. Teil seiner Sammelpraxis war auch die Beschaffung durch lokale Mittler:innen. (Quelle: Provenienz von kolonialzeitlichen Sammlungen aus Togo im Museum für Völkerkunde Dresden und im GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig, 29.09.2023).
Sammlungsgeschichte
Ausstellung von materiellem Kulturgut aus Westafrika der Sammlung Adolf Diehl im Conservatorium in der Rheinstraße 54 in Wiesbaden.
Beziehungen
Personen/Körperschaften
- Sammlungsbesitzer(Die Sammlung geht zurück auf Adolf Diehl.)29.09.2023
- Käufer(Adolf Diehl belieferte das Grassi-Museum für Völkerkunde zu Leipzig in den Jahren 1900 und 1919 mit Objekten und Fotografien. Die Anwerbung durch das Grassi-Museum für Völkerkunde zu Leipzig erfolgte im Rahmen der Ausstellung seiner Sammlung im Conservatorium in der Rheinstraße 54 in Wiesbaden und dem darauffolgenden ersten Ankauf von materiellen Kulturgut aus Westafrika am 29.09.1900 für 10.000 DM. Aus der Sammlung Adolf Diehl befinden sich 825 Objekte und Fotografien, die der ehemaligen deutschen Kolonie Togo zugeordnet werden, im Grassi-Museum für Völkerkunde zu Leipzig. Kauf von 783 dieser Objekte 1900, von denen 109 als Kriegsverlust gelten und eines abgegeben wurde. Verkauf von 25 Fotografien aus Togo 1914 durch Adolf Diehls Bruder Julius Diehl, ohne Adolfs Einverständnis, an das Museum. Nach Adolf Diehls Rückkehr 1919 bat er Karl Weule, ihm einige Objekte zurückzugeben und erhielt 60 als Dekorationsstücke ausgesonderte Objekte. Im selben Jahr verkaufte Diehl dem Grassi-Museum für Völkerkunde zu Leipzig weitere 17 Objekte, von denen eines aktuell als Kriegsverlust gilt. Bei den Objekten im Grassi-Museum für Völkerkunde zu Leipzig handelt es sich vor allem um Werkzeuge, Waffen, Textilien, politische beziehungsweise sogenannte Statusobjekte, Schmuck, Instrumente, Hausrat, Gefäße, Objekte aus religiösen oder spirituellen Kontexten und damit auch nicht öffentliche Objekte, sowie ein menschlicher Schädel. 294 Objekte konnten den Akposso, Bassar, Dagomba, Ewe, Hausa, Kabiyé und Tchokossi zugeordnet werden. Bei etwa der Hälfte des Konvoluts finden sich konkrete Ortsangaben. Die Objekte, die Diehl dem Museum übereignete, stammen unter anderem aus dem heutigen Bénin, Ghana und Togo.)29.09.2023
- Verweist auf(Besuch der Ausstellung in Wiesbaden durch Karl Weule in seiner Funktion als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Grassi-Museum für Völkerkunde zu Leipzig. Karl Weule schlug nach Begutachtung der Sammlung den Erwerb der Gegenstände aus der Kultusabteilung, der Schmiedegeräte, der Musikinstrumente, der Töpferarbeiten und der Waffen gegen eine reduzierte Summe von 10.000 DM vor. Diehl nahm das Angebot am 29.09.1900 an.)29.09.2023
Weitere Informationen und Quellen
Forschungsprojekte
Archivalien
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