Sammlung Albert Pollak
Grunddaten
Die Sammlung Albert Pollak war besonders für die umfangreiche und überaus bekannte Auswahl von Glas- und Porzellanobjekten bekannt. Sie enthielt außerdem Aquarelle, Gemälde und Tongefäße. Bekannte Maler, deren Werk sich in der Sammlung befanden, waren unteranderem Pettenkofen, Ranftl und Ochterfeld. (Lillie 2003, S. 872-883)
Sammlungsgeschichte
Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich kam Albert Pollak vom 17. Mai bis zum 28. Juni 1938 in Gestapo-Haft, und seine Wohnungen mit den Kunstgegenständen wurden von der Gestapo beschlagnahmt und versiegelt.
Kurz nach seiner Entlassung musste Albert Pollak mit 30. Juni 1938 eine Vermögensanmeldung abgeben, in welcher er den Wert seiner Kunstsammlung mit RM 100.000 bezifferte.
Die Begutachtung der Sammlung, die Pollak aufgrund der Beschlagnahme nicht mehr zugänglich war, nahm im Oktober 1938 der gerichtlich beeidete Sachverständige Eugen Primavesi vor, der sie mit über RM 70.000 bewertete.
Mit einem Schreiben vom 5.Januar 1938 wandte sich Pollak an die Zentralstelle für Denkmalschutz in Wien, von der er sich Unterstützung bei der Aufhebung der Beschlagnahme seiner Sammlung erhoffte. Im März 1940 wurde das gesamte Vermögen sowie Albert Pollaks zu Gunsten des Landes Österreich (Reichsgau Wien) eingezogen. Die Kunstsammlung wurde in das Depot der Zentralstelle für Denkmalschutz überführt, wo insgesamt 843 Objekte aus der Sammlung inventarisiert wurden. Die Zentralstelle für Denkmalschutz erstellte dazu einen detaillierten Vorschlag zur Verteilung auf zahlreiche Museen in Wien und den Reichsgauen, an dem Hans Posse, der Sonderbeauftragte für das in Linz geplante „Führermuseum“, maßgeblich mitwirkte.
Die RechtsnachfolgerInnen nach Albert Pollak stellten einen Rückstellungsanspruch auf die in der NS-Zeit von der Gestapo eingezogenen und von zahlreichen Museen übernommenen Teile der Sammlung von Albert Pollak. Einige der zurückzugebenen Objekte wurden mittels Widmung an die Museen zurückgehalten, wie z. B. drei Objekte für das Steiermärkische Landesmuseum Joanneum, drei Objekte für das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, je ein Objekt für das Kunsthistorische Museum Wien und die Albertina und sechs Objekte für das Museum für Völkerkunde.
Beziehungen
Personen/Körperschaften
- Verweist auf(Die Albertina erhielt fünf Kunstgegenstände aus der beschlagnahmten Sammlung Albert Pollak, darunter die Aquarellskizze (Moritz Michael Daffinger, Bildnis Mutter mit Kind) vom Zentralinstitut für Denkmalpflege. (11.1941) Das Aquarell verblieb im Zuge der Rückgabe der fünf Objekte mittels Widmung im Museum. (1951) Der Kunstrückgabebeirat empfahl die Rückgabe des Aquarells. (2001))Weitere InformationsquelleDigitalisat Beschluss Kunstrückgabebeirat Österreich vom 23.01.200126.01.2026
- Verweist auf(Die Zentralstelle für Denkmalschutz beantragte, anstatt auf Albert Pollaks Ersuchen bei der Geheimen Staatspolizei für die Herausgabe seines Eigentums zu intervenieren, bei der Magistratsabteilung 50 die Sicherstellung der Sammlung, weil die Gefahr der Verbringung ins Ausland drohe. Die Magistratsabteilung 50 ordnete die Sicherstellung der Sammlung Pollak sowie die Verwahrung der Sammlung im Depot der Zentralstelle für Denkmalschutz in der Neuen Burg an.)Weitere InformationsquelleDigitalisat Dritter Bericht des amtsführenden Stadtrates [...] über die [...] erfolgte Übereignung von Kunst- und Kulturgegenständen aus den Sammlungen der Museen der Stadt Wien sowie der Wiener Stadt- und Landesbibliothek (2002)26.01.2026
- Verweist auf(Das Kunsthistorische Museum erhielt 14 antike Gefäße aus der beschlagnahmten Sammlung Pollak. (1941) Ein Objekt von den zurückzugebenen Objekten, ein rotfiguriger Topf, verblieb als Abgabe für die Ausfuhrfreigabe der übrigen Objekte im Museum. (1951) Der Kunstrückgabebeirat empfahl die Rückgabe des Topfes. (2001))Weitere InformationsquelleDigitalisat Beschluss Kunstrückgabebeirat Österreich vom 23.01.200126.01.2026
- Verweist auf(Das Museum für Volkskunde übernahm elf Glasobjekte und drei Textilobjekte aus der beschlagnahmten Sammlung Albert Pollak. (11.1941) Sechs der vierzehn zurückzugebenen Gegenstände verblieben mittels Widmung im Museum. (1951) Der Kunstrückgabebeirat empfahl 2020 die Rückgabe der Objekte.)Weitere InformationsquelleDigitalisat Beschluss Kunstrückgabebeirat Österreich 25.09.202026.01.2026
- Sammlungsbesitzer
- Verweist auf(Hans Posse wirkte maßgeblich an dem von der Zentralstelle für Denkmalschutz erstellten Vorschlag zur Verteilung der Sammlungsstücke auf zahlreiche Museen in Wien und den Reichsgauen mit.)Weitere InformationsquelleDigitalisat Beschluss Kunstrückgabebeirat Österreich 25.09.202026.01.2026
- Verweist aufTiroler Landesmuseum Ferdinandeum(Das Tiroler Landesmseum Ferdinandeum übernahm Objekte aus der beschlagnahmten Sammlung Pollak. Drei der zurückzugebenen Gegenstände verblieben mittels Widmung im Museum. (1951))Weitere InformationsquelleDigitalisat Beschluss Kunstrückgabebeirat Österreich 25.09.202026.01.2026
- Verweist auf(Das Steiermärkische Landesmuseum Joanneum erhielt im Zuge der Verteilung Objekte der beschlagnahmten Sammlung Pollak. Drei der zurückzugebenen Gegenstände verblieben mittels Widmung im Museum. (1951))Weitere InformationsquelleDigitalisat Beschluss Kunstrückgabebeirat Österreich 25.09.202026.01.2026
Weitere Informationen und Quellen
Literatur & digitale Angebote
- Wird angeführt in(S. 872-883.)