Sammlung Alfons und Marie Thorsch
Grunddaten
Die Sammlung Thorsch wurde im Palais Thorsch aufbewahrt. Unter den Objekten befanden sich Gobelins, Bilder und Teppiche, Möbel und Silberwaren. Wichtige Werke der Sammlungen waren unter anderem "Künstler an der Staffelei" von Nicolas de Largellière, "Ruine auf einer Insel" von Arnold Böcklin, "Szene im Atelier" von Gittis von Tilborgh sowie Werke von Jan Mytens oder Anton Graff. (Lillie, S. 1264-1267, p. 1264-1267.)
Sammlungsgeschichte
Bereits wenige Tage nach dem sog. Anschluss begann man mit der Räumung des 60 Zimmer Palais Thorsch. Darunter befanden sich Gobelins, Gemälde, und Teppiche, Möbel und Silber wurden von der GESTAPO in Möbelwagen verladen und an einen unbekannten Ort verbracht.
Die Gestapo-Abteilung II H/So beschlagnahmte das Vermögen des Ehepaares Thorsch per 15. Juni 1938 und zog es in der Folge ein. Der am 23. Juli 1938 in Zürich von Marie Thorsch unterschriebenen "Verordnung über die Anmeldung des Vermögens von Juden" war kein Schätzgutachten angeschlossen, da sich die in Wien beschlagnahmte Kunstsammlung in amtlicher Verwahrung befand.
Die Gemälde der Sammlung wurden im April 1939 im Auftrag der Geheimen Staatspolizei von Gert Adriani, erfasst und in das sogenannte Zentraldepot für beschlagnahmte Sammlungen in die Neuen Burg am Wiener Heldenplatz verbracht. Danach wurden sie dem "Sonderbeauftragten" Adolf Hitlers, Hans Posse, vorgelegt und für die Verteilung an verschiedene Museen bestimmt.
Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK) ließ aufgrund zunehmender Gefährdung durch Luftangriffe das restliche Mobiliar aus dem Palais Thorsch in zwei niederösterreichischen Schlössern, Guntersdorf und Immendorf, bergen. Aufgrund der Sprengung des Schlosses Immendorf in den letzten Kriegstagen verbrannten die dort lagernden Bestände an Gobelins und Gemälden der Sammlung Thorsch. Aufgrund der Sprengung des Schlosses Immendorf in den letzten Kriegstagen verbrannten die dort lagernden Bestände an Gobelins und Gemälden der Sammlung Thorsch.
Die 30 Gemälde, die an das geplante Kunstmuseum Linz (Sonderauftrag Linz), an das Ferdinandeum in Innsbruck und die Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums verteilt worden waren, erhielt die Familie mit Bescheid der Finanzlandesdirektion von 1949 entsprechend dem Ersten Rückstellungsgesetz zurück.
Beziehungen
Personen/Körperschaften
- Sammlungsbesitzer
- Kontakt(Hans Posse hat mindestens 19 Gemälde unter dem sog. Führervorbehalt für das geplante Kunstmuseum Linz beansprucht.)
- Verweist auf(Der Sonderauftrag Linz erhielt unter dem sogenannten Führervorbehalt mindestens 19 Gemälde aus der Sammlung Thorsch.)
- Verweist aufFerdinandeum(Das Ferdinandeum in Innsbruck erhielt vier Gemälde aus der Sammlung Thorsch.)
- Verweist auf(Das Kunsthistorische Museum Wien erhielt Werke aus der Sammlung Thorsch.)
Weitere Informationen und Quellen
Literatur & digitale Angebote
- Wird angeführt in(S. 1264-1269.)