Sammlung Eissler und Morelli
Grunddaten
Die Sammlung Eissler und Morelli zeichnete sich besonders durch die bedeutenden Waldmüller-Gemälde und die exzellente Auswahl von Rudolf von Alt Werken aus. Dr. Hermann Eissler war ein bekannter Sammler österreichischer Malerei. (Lillie 2003, S. 322-329)
Sammlungsgeschichte
Die Sammlung war regelmäßig in Wiener Ausstellungen zu sehen.
Zur Sammlung Eissler ist kein Inventar erhalten geblieben. Anhaltspunkt für die Bewertung der Sammlung im Juni 1938 ist die Schätzung der Gemälde, Bleistiftzeichnungen und Kunstwerke von Dr. Bruno Grimschitz und Dr. Franz Kieslinger auf 299.000 Reichsmark in der Vermögensanmeldung Eisslers. Weitere Kunstwerke im Wert von ca. 164.500 RM sind in der Vermögensanmeldung von Hortense Eissler aufgeführt.
Die Sammlung wurde vom Wiener Magistrat "sichergestellt". 51 Gegenstände wurden in die sog. "Reichsliste" aufgenommen. Nachträglich wurde die Sammlung in das Eigentum Hermann Eissler, Hortense Eissler und Berta Morelli getrennt und fortan separat ausgewiesen.
Gemäß der Aufforderung der Zentralstelle für Denkmalschutz gaben Hortense Eissler und Berta Morelli eine Erklärungen über die Eigentumsverhältnisse der in ihrem Besitz befindlichen Kunstgegenstände ab.
Der so genannte Sonderauftrag Linz und die Zentralstelle für Denkmalschutz, vertreten durch Hans Posse und Herbert Seiberl, hatten großes Interesse am Erwerb der Sammlung Eissler. Gegenstand der Verhandlungen mit Berta Morelli und Hortense Eissler war der Verkauf von Kunstwerken, derer die Zentralstelle für Denkmalschutz durch "Sicherstellung" oder Beschlagnahme nicht habhaft werden konnten, da die Sammlung formal an die "arische" Ehefrau bzw. Tochter übertragen worden war. Beide verkauften schließlich mehrere Gemälde an Hans Posse. Die Verkäufe Berta Morellis 1940 galten als Bedingung für eine Ausfuhrgenehmigung der restlichen Sammlung, die ihr in Aussicht gestellt wurde. Die Ausfuhr der Sammlung erfolgte nicht.
Die Rückstellungsbemühungen von Hortense Eissler und Berta Morelli verliefen negativ, so dass die bedeutende Sammlung in den frühen sechziger Jahren mehrheitlich den Österreichischen Museen als Verfallsgut zugewiesen wurde.
Die Kunstverwaltung des Bundes (KVdB) restituierte 2020 zwei Gemälde (Ferdinand Waldmüller, Der Wildbach Strubb bei Ischl und Der Dachstein von Alt-Aussee gesehen) aus Bundesbesitz an die in Österreich lebenden Rechtsnachfolger nach Hermann Eisslers Ehefrau.
Beziehungen
Personen/Körperschaften
- Sammlungsbesitzer(Die Sammlung Eissler bestand aus gesammelten Werken der Personen Berta Morelli, Hermann und Hortensie Eichler.)
- Sammlungsbesitzer(Die Sammlung Eissler bestand aus gesammelten Werken der Personen Berta Morelli, Hermann und Hortensie Eichler.)
- Verweist auf(Franz Kieslinger schätzte die Sammlung von Hermann Eissler gemeinsam mit Dr. Bruno Grimschitz zum Zwecke der Vermögensanmeldung.)
- Sammlungsbesitzer(Die Sammlung Eissler bestand aus gesammelten Werken der Personen Berta Morelli, Hermann und Hortensie Eichler.)
- Geschäftsbeziehung(Die Kunsthändlerin Maria Almas-Dietrich vermittelte den Verkauf von vier Apothekenschildern des Künstlers Waldmüller aus der Sammlung Eissler an den so genannten Sonderauftrag Linz. (06.1938))Weitere InformationsquelleWebseite Lexikon der österreichischen Provenienzforschung - Hermann Eissler27.03.2026
- Verweist auf(Ein Gemälde aus der Sammlung gelangte über die Vermittlung der Galerie St. Lucas, als Geschenk für Adolf Hitler, an den damaligen Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop.)
- Verweist auf(Im Kunsthistorischen Museum befindet sich ein Gemälde aus der Sammlung Eissler und Morelli.)Weitere InformationsquelleDigitalisat Beschluss Kunstrückgabebeirat Österreich vom 24.6.200927.03.2026
- Verweist aufRibbentrop, Joachim von(Ein Gemälde aus der Sammlung gelangte durch die Vermittlung der Galerie St. Lucas an den damaligen Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop.)
- Verweist auf(1964 erkannte Hortense Eissler ein Gemälde des Künstlers Waldmüller und die Apothekenschilder bei einem Besuch der Österreichischen Galerie wieder. Eine Klage auf Herausgabe des Gemäldes wurde 1972 abgewiesen.)Weitere InformationsquelleWebseite Lexikon der österreichischen Provenienzforschung - Hermann Eissler27.03.2026
- Käufer(Der Sonderauftrag Linz erwarb im Juni 1938 von Hermann Eissler über Vermittlung der Münchner Kunsthändlerin Maria Almas-Dietrich vier Apothekenschilder des Künstlers Waldmüller. In den Folgejahren fanden mehrere Verkäufe Hortense Eisslers und Berta Morellis an den so genannten Sonderauftrag Linz statt.)Weitere InformationsquelleWebseite Lexikon der österreichischen Provenienzforschung - Hermann Eissler27.03.2026
Weitere Informationen und Quellen
Archivalien
Literatur & digitale Angebote
- Wird angeführt in(S. 322-329)