Sammlung Ewald Barth
Grunddaten
Die von Ewald Barth (1890-1968) begründete Sammlung umfasst vorwiegend Handschriften, Dokumente, Siegel, Bildnisse, Ansichten und Karten. Außerdem eine umfangreiche Eisenkunstguss-Sammlung. Sie zählt heute „zu den umfangreichsten und vielfältigsten Eisenkunstguss- Sammlungen in Deutschland“ und „umfasst Medaillen, Plaketten, Spielmarken, Schmuck, Büten und Skulpturen.
Sammlungsgeschichte
Im Januar 1934 präsentierte die Ausstellung ‚Deutscher Eisenkunstguss‘ erstmals die umfangreiche Sammlung des Dessauer Zahnarztes Dr. Ewald Barth der Öffentlichkeit.
Die Barth‘sche Eisenkunstguss-Sammlung hatte vor dem Zweiten Weltkrieg etwa 1.800 Objekte umfasst, die 1944 in das Schloss Zerbst ausgelagert worden waren und von denen 1948 durch den Sammler selbst in Zusammenarbeit mit Gerhard Lattauschke, einem damaligen Mitarbeiter des MNVD, sowie Herrmann Scholz etwa 1.400 teils beschädigte Stücke aus den Trümmern geborgen werden konnten. Seit den 1950er Jahren bemühte sich der Sammler, durch Neuerwerbungen die kriegsbedingten Lücken wieder zu schließen, wobei unklar ist, in welchem Umfang dies gelang.
Nach dem Tode Ewald Barths (1898-1968) übergab die Erbengemeinschaft i. J. 1969 den größten Teil der Eisenkunstguss-Sammlung (1.051 Positionen) zunächst als Dauerleihgabe an das Märkische Museum Berlin (Ost).
1983 wurden Teile der Eisenkunstguss-Sammlung (ca. 1.000 Positionen) mit wenigen Ausnahmen von den Erben über den Antikhandel Pirna und die Kunst & Antiquitäten GmbH Mühlenbeck an den Geschäftsführer der Antik-Shop Antiquitätengalerie GmbH & Co., Generalkonsul Wolfgang Böttger, in West-Berlin verkauft.
Nahezu das gesamte Konvolut der Eisenkunstguss-Sammlung wurde anschließend durch den Kaufmann und Kunstliebhaber Frank Fischer erworben, der sie dem Museum für Technik und Verkehr anvertraute. Dort wurde die Sammlung im Jahr 1988 erstmals im Rahmen einer Sonderausstellung öffentlich präsentiert. Zu dieser Ausstellung erschien ein begleitender Katalog. Nachweislich erweiterte Frank Fischer die Sammlung in dieser Zeit noch geringfügig. Zur Ausstellung im Technikmuseum umfasste sie insgesamt 978 Objekte.
Zwischen 1998 und 2002 erwarb das Museum für Stadtgeschichte Dessau die kulturgeschichtliche Sammlung Barth über dessen Erben. Zu Beginn der 2000er Jahre wurde die Eisenkunstguss-Sammlung der Stadt Dessau durch Frank Fischer über das Berliner Kunsthaus Lempertz angeboten und schließlich „mit Unterstützung der Stadt Dessau-Roßlau und Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt, der Kulturstiftung der Länder und Hilfe der Ostdeutschen Sparkassenstiftung im Land Sachsen-Anhalt gemeinsam mit der Stadtsparkasse Dessau … im Oktober 2007 für das Museum für Stadtgeschichte Dessau erworben.“ Dabei gelangten 965 Positionen in die Museumssammlung.
Beziehungen
Provenienzmerkmale
- Verweist auf22.10.2020
Weitere Informationen und Quellen
Forschungsprojekte
Literatur & digitale Angebote
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