Sammlung Alfred und Thekla Hess
Basic Information
Die Sammlung Hess bestand insbesondere aus moderner Kunst, vor allem des Expressionismus. Bei den über 4.000 Werken handelte es sich in erster Linie um Gemälde, Grafiken, Aquarelle und Handzeichnungen.
Collection history
Verkauf und Abgabe von Werken aus der Sammlung infolge der finanziellen Notsituation durch die Weltwirtschaftskrise (u. a. Ernst Ludwig Kirchner, Potsdamer Platz).
Nach dem Tod von Alfred Hess übernahm Thekla Hess die Verwaltung der Sammlung.
Verstärkt Verschickung von Teilen der Sammlung zu Verkaufs- und Ausstellungszwecken innerhalb Deutschlands und ins Ausland.
Rückforderung der sich im Städtischen Museum Erfurt befindlichen Leihgaben aus der Sammlung (darunter Werke von Lyonel Feininger, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner).
Thekla Hess nahm mit ihrem Umzug nach Lichtenfels die Sammlung mit.
Auf Veranlassung von Thekla Hess sind Teile der Sammlung an die Kunsthalle Basel zu Ausstellungszwecken verbunden mit Verkaufsabsichten versandt worden.
Erkundigung der Zollfahndungsstelle Erfurt beim Städtischen Museum Erfurt über den Verbleib von Kunstwerken aus der Sammlung.
Versand der in der Galerie Aktuaryus befindlichen 19 grafischen Arbeiten von Wilhelm Lehmbruck, Erich Heckel und Aristide Maillol aus der Sammlung Hess an das Kunsthaus Zürich zur weiteren Aufbewahrung.
Bei der Durchsuchung des Wohnhauses von Rosa Pauson durch die Gestapo könnte es zur Zerstörung von Werken aus der Sammlung Hess gekommen sein.
Versand einer Kiste von Bildern aus dem im Kölnischen Kunstverein eingelagerten Bestand von Werken aus der Sammlung Hess an Thekla Hess nach Lichtenfels.
Thekla Hess gelang es, einen beträchtlichen Teil der Sammlung Hess nach London auszuführen.
Rückgabe von Werken aus der Sammlung Hess durch den Kölnischen Kunstverein an die Erbin der Sammlung Hess, Anita Halpin.
Hans Hess erhielt 75.000 RM im Zuge eines Entschädigungsverfahrens.
Hans Hess meldete am 19. August 1957 Ansprüche wegen seiner Verluste von Kunstwerken an. Dies geschah auf der Grundlage des Bundesentschädigungsgesetzes (BRüG) gegen das Deutsche Reich. Da Hess nicht nachweisen konnte, dass die Kunstwerke, die nicht nach England gerettet wurden, durch den direkten Zugriff des Deutschen Reiches zwischen 1933 und 1945 enteignet worden waren, ihm aber im gleichzeitig laufenden Verfahren nach dem BEG die Höchstentschädigung für Schäden an Eigentum und Vermögen von 75.000 Mark in Aussicht gestellt worden war, musste Hans Hess den ersterwähnten Antrag im Verfahren nach dem BRüG zurückziehen, ohne aber auf die Kunstwerke zu verzichten. Sowohl für das Verfahren nach dem BEG als auch für das nach den BRüG galt als Rechtsfolge die Zahlung einer Entschädigung, nicht die Rückgabe entzogener Sachen.
Das Rückerstattungsgesuch von 1958 wurde im Auftrag von Hans Hess zurückgezogen.
Ein Gemälde der Sammlung konnte bei Provenienzrecherchen im Bestand des Leopold-Hoesch-Museums identifiziert werden, welches sich seit 1955 dort befindet. Die Provenienz ist eindeutig belastet und das Werk soll restituiert werden.
Das Gemälde (Heinrich Campendonk, Wirtshaus, 1917), das sich im Kaiser-Wilhelm Museum Krefeld befindet, wurde an die Erbin der Sammlung Alfred Hess zurückgegeben und anschließend zurückgekauft. Die Kunstsammlung brachte Thekla Hess 1933 in Teilen in die Schweiz. Um ihre Lebensgrundlage zu finanzieren, waren Thekla und ihr Sohn Hans Hess, Erbe der Sammlung, gezwungen, Kunstwerke zu veräußern. 1937 sandte Thekla Hess das Campendonk-Gemälde zusammen mit anderen Werken an den Kölnischen Kunstverein. 1947 teilte der Kölnische Kunstverein auf Nachfrage mit, dass die ehemals eingelagerten Bilder nicht mehr vorhanden seien. Später wurde in einem Prozess bekannt, dass einige Werke unter der Hand verkauft worden waren. 1948 bot der Kölner Kunsthändler Werner Rusche das Campendonk-Bild dem Kaiser Wilhelm Museum in Krefeld zum Kauf an.
Der Rat der Stadt Wuppertal hatte die Restitution des Gemäldes (Karl Schmidt-Rottluff, Zwei Frauen (Frauen im Grünen), 1914) an die Erben des Erfurter Fabrikanten Alfred Hess Mitte September beschlossen. Das Werk konnte nach der Rückgabe für das Von der Heydt-Museum Wuppertal zurückgekauft werden.
Network
Personen/Körperschaften
- Sammlungsgründer(Thekla Hesse gründete die Sammlung gemeinsam mit ihrem Mann Alfred Hess.)13.02.2020
- Geschäftsbeziehung(Wahrscheinlich seit 1934 Komissionsverkauf von Werken aus der Sammlung durch Thekla Hess an die Galerie Aktuaryus.)Research reports01.08.2015
- Verweist auf(Die Galerie Aloys Faust verkaufte das Gemäldes (Karl Schmidt-Rottluff, Zwei Frauen (Frauen im Grünen), 1914) aus der Sammlung Hess an das Städtische Museum Wuppertal. (1947))Research reports22.04.2015
- Verweist auf(1935 Versand von Gemälden aus der Sammlung Hess vom Kunsthaus Zürich an das Städtische Museum Erfurt (heute Angermuseum Erfurt).)Research reports22.04.2015
- GeschäftsbeziehungBamgerger und Kestner(Wahrscheinlich seit 1934 Komissionsverkauf von Werken aus der Sammlung durch Thekla Hess an die Galerie Bamgerger und Kestner.)Research reports01.08.2015
- Geschäftsbeziehung(Die Spedition A. G. Bronner & Cie. übernahm den Transport von Werken aus der Sammlung Hess vom Kunsthaus Zürich zum Kölnischen Kunstverein (18.03.1937).)Research reports22.04.2015
- Verweist auf(Ausstellung von zwei Gemälden (Franz Marc, Der Hirte und Kühe, Rot, Gelb, Grün) aus der Sammlung Hess als Kommissionsware in der Buchholz Gallery. (1940) Auch nach 1945 verkaufte die Gallery Werke aus der Sammlung: Gemälde (Ernst-Ludwig Kirchner, Haus auf Fehmarn) 09.1950.)Research reports22.04.2015
- Verweist auf(Leonhard Caflisch übernahm Rohlfs-Aquarelle aus der Sammlung Hess im Jahr 1934.)Research reports01.08.2015
- Verweist auf(Die Gestapo durchsuchte im November 1938 das Wohnhauses von Rosa Pauson in Lichtenfels; eventuell wurden dabei Werke aus der Sammlung Hess zerstört.)Research reports22.04.2015
- Verweist auf(Ernst Gosebruch informierte Carl Hagemann Anfang 1936 über Werke aus der Sammlung.)Research reports22.04.2015
- Verweist auf(Wilhelm Hack erwarb das Gemälde (Ernst Ludwig Kirchner, Urteil des Paris), welches zur Sammlung Hess gehörte.)13.02.2020
- Geschäftsbeziehung(Carl Hagemann erwarb Ende 1936 ein Gemälde (Ernst Ludwig Kirchner, Berliner Straßenszene, 1913) aus der Sammlung Hess.)Research reports22.04.2015
- Erbe(Anita Halpin war die alleinige Erbin nach Alfred und Tekla sowie Hans Hess und erhielt die Rückgaben des Kölnischen Kunstvereins. (03.1951))30.11.2017
- Verweist auf(Peter Herkenrath stahl Werke aus der Sammlung Hess, die im Keller des Kölnischen Kunstvereins gelagert waren. (nach 1941))Research reports22.04.2015
- Verweist auf(Thekla Hess überließ Julius Hess sieben Bilder aus der Sammlung Hess.)Research reports22.04.2015
- Verkäufer(Wahrscheinlich seit 1934 Komissionsverkauf von Werken aus der Sammlung durch Thekla Hess an die Galerie Dr. Hirsch.)Research reports01.08.2015
- Verweist auf(Josef Jenniches lagerte die verbliebenen Werke aus der Sammlung Hess in einer Kiste im Keller des Kölnischen Kunstvereins ein. (03.1941) Er verkaufte zwei aus dem Keller des Kölnischen Kunstvereins entwendete Werke aus der Sammlung Hess an Peter Herkenrath. (11.1943) Jenniches hatte mindestens ein Gemälde aus der Sammlung Hess mit einer falschen Signatur versehen, um einen besseren Verkaufpreis zu erzielen. Er stahl mindestens neun Gemälde von den im Keller des Kölnischen Kunstvereins gelagerten Werken aus der Sammlung Hess, sein Komplize war Robert Schuppner.)Research reports22.04.2015
- Verweist auf(Deponierte Werke der Sammlung wurden durch den Hausmeister des Kölner Kunstvereins Josef Jenniches an Robert Schuppner verkauft. (ab 1946))13.02.2020
- Berater ist(Walter Kaesbach fungierte als Berater für die Sammlung Hess.)Research reports01.08.2015
- Verweist auf(Walter Klug bot Werke aus der Sammlung Hess, die im Kölnischen Kunstverein aufbewahrt wurden, interessierten Sammlern zum Kauf an. (1939))Research reports22.04.2015
- Leihgeber(Der Kölnische Kunstverein erhielt 1935 Leihgaben von Kunstwerken, unter anderem von Emil Nolde, für die geplante Nolde-Ausstellung durch Thekla Hess.)Research reports01.08.2015
- Verweist auf(Im September 1936 sind Werke aus der Sammlung Hess vom Kunsthaus Zürich an den Kölnischen Kunstverein übersendet worden. Auf Geheiß von Thekla Hess wurden später insgesamt 70 noch im Depot des Kunsthauses Zürich lagernde Werke aus der Sammlung Hess an den Kölnischen Kunstverein zur treuhänderischen Verwahrung versendet. (18.03.1937) So lagerten von den staatlichen Behörden unbeachtet 70 Werken aus der Sammlung Hess im Kölnischen Kunstverein.)Research reports22.04.2015
- Verweist auf(Nach dem Ende der Ausstellung "Neue deutsche Malerei " sind Werke aus der Sammlung Hess im Depot des Kunsthauses Zürich eingelagert worden. (nach 07.1934))Research reports22.04.2015
- Leihgeber(Leihgabe von 41 Gemälden an das Kunsthaus Zürich. Darunter befand sich das Werk (Erich Heckel, Frauen am Strand).)Research reports01.08.2020
- Verweist auf(Das Kunsthaus Zürich versendete 1935 Werke der Sammlung Hess an das Städtische Museum Erfurt (heute Angermuseum Erfurt), im September 1936 und im März 1937 an den Kölnischen Kunstverein und im August 1938 das Aquarell (Oskar Kokoschka, Liegende Frau) Kunsthändler Fritz Nathan nach Sankt Gallen. Das Kunsthaus Zürich behielt 15 Druckgrafiken und eine Zeichnung aus der Sammlung Hess.)Research reports22.04.2015
- Leihgeber(Leihgaben der Sammlung befanden sich im Kunstmuseum Moritzburg Halle.)30.11.2017
- Berater ist(Herbert Kunze fungierte als Berater für die Sammlung Hess.)Research reports01.08.2015
- Verweist auf(Das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg bewahrt eine Vielzahl von Werken der Sammlung Hess auf.)24.03.2016
- Verweist auf(Deponierung von 263 Werken aus der Sammlung im City Art Museum Leicester durch Thekla Hess. (1943))Research reports22.04.2015
- Verweist auf(Ferdinand Möller übernahm mehrere Werke aus der Sammlung Hess zu Verkaufszwecken. (1952/1954))Research reports22.04.2015
- Leihgeber(Leihgaben aus der Privatsammlung befanden sich im Kronprinzenpalais der Berliner Nationalgalerie.)30.11.2017
- Verweist auf(Versand eines Aquarells (Oskar Kokoschka, Liegende Frau) aus der Sammlung Hess vom Kunsthaus Zürich an den Schweizer Kunsthändler Fritz Nathan nach Sankt Gallen. (08.1938))Research reports22.04.2015
- Verweist auf(Max Pechsteins Gemälde waren in der Sammlung Hess vertreten.)19.12.2018
- Berater ist(Erwin Redslob fungierte als Berater für die Sammlung Hess.)Research reports01.08.2015
- Geschäftsbeziehung(Paul Römer verkaufte Werke aus der Sammlung Hess.)Research reports01.08.2015
- Verweist auf(Ankauf deponierter Werke aus der Sammlung Hess durch Robert Schuppner, der diese durch den Hausmeister des Kölner Kunstvereins Josef Jenniches bekam.)13.02.2020
- Verweist auf(Robert Schuppner war der Komplize vom Hausmeisters des Kölnischen Kunstvereins Josef Jenniches, der mindestens neun Gemälde von den im Keller des Kölnischen Kunstvereins gelagerten Werken aus der Sammlung Hess stahl. 1950 erfolgte die Sicherstellung von Werken aus der Sammlung Hess in der Wohnung Robert Schuppners durch die Polizei.)Research reports22.04.2015
- Geschäftsbeziehung(Fritz C. Valentien stand aufgrund des Verkaufs von Werken aus der Sammlung Hess im Kontakt mit Thekla Hess.)Research reports01.08.2015
- GeschäftsbeziehungResearch reports01.08.2015
Ereignisse
- Leihgeber(Präsentation von Teilen der Sammlung in der Kunsthalle Basel anlässlich der Ausstellung "Moderne deutsche Malerei aus Privatbesitz". (07.10.1933-29.10.1933) Nach dem Ende der Baseler Ausstellung wurden Teile der Sammlung im Depot der Kunsthalle Basel aufbewahrt.)Projektbericht22.04.2015
- Leihgeber(Etwa 45 Werke aus der Sammlung Hess wurden im Rahmen der Ausstellung "Neue deutsche Malerei " im Kunsthaus Zürich ausgestellt. (21.06.1934-15.07.1934) Nach dem Ende der Ausstellung sind Werke aus der Sammlung Hess im Depot des Kunsthauses Zürich eingelagert worden.)Projektbericht22.04.2015
- Leihgeber(Ein Gemälde (Franz Marc, Katze hinter einem Baum, 1910) und ein Aquarell (Franz Marc, Grüner Stier) aus der Sammlung Hess waren in der "Franz Marc Gedächtnisausstellung" in der Kestner-Gesellschaft vertreten. (04.03.1936-19.04.1936))Projektbericht22.04.2015
- Leihgeber(Werke aus der Sammlung Hess waren Teil der Ausstellung "Franz Marc" im Kölnischen Kunstverein. (09.1936))Projektbericht22.04.2021
- LeihgeberExhibition of twentieth century German art(Präsentation von mindestens sieben Werken der Sammlung in den New Burlington Galleries in London anlässlich der Ausstellung "Exhibition of twentieth century German art". (08.07.1938-27.08.1938))Projektbericht22.04.2015
- Verweist auf(Versteigerung der Aquarelle (Wassily Kandinsky, Komposition mit drei Kreisen), Katalognr. 797, und (Wassily Kandinsky, Behauptung), Katalognr. 798 aus der Sammlung Alfred und Thekla Hess. (12.1940))Projektbericht22.04.2015
- Leihgeber(Teile der im City Art Museum deponierten Werke aus der Sammlung Hess waren in der Ausstellung "Mid-European Art" zu sehen. (05.02.1944-27.02.1944))Projektbericht22.04.2015
- Verweist auf(Präsentation des Gemäldes (Karl Schmidt-Rottluff, Zwei Frauen, 1914) aus der Sammlung Hess im Rahmen der "Ausstellung expressionistischer Malerei" im Städtischen Museum. Wuppertal. (10.05.1947-08.06.1947))Projektbericht22.04.2015
- Verweist auf(Das Gemälde (Karl Schmidt-Rottluff, Zwei Frauen, 1914) aus der Sammlung Hess war Teil der Ausstellung "Karl Schmidt-Rottluff. Gemälde, Aquarelle, Graphik" im Museum Folkwang. (12.01.1964-08.03.1964))ProjektberichtLiteraturangabe22.04.2015
References
Forschungsprojekte
- Project reference
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Archivalien
- Wird angeführt in
- Wird angeführt inKorrespondenz Ausstellung Besitzer/Händler 1937, Brief von Wilhelm Wartmann (Kunsthaus Zürich) an Tekla Hess, 18. März 1937, Liste "Sammlung Frau Tekla Hess-Pauson. Rücksendung"Projektbericht22.04.2015
Literatur & digitale Angebote
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