Basic Information
Das barocke Gutshaus in Ermlitz, von 1771-1945 Wohnsitz der bedeutenden Juristen- und Kaufmannsfamilie Apel, beherbergte eine umfangreiche Schlossbibliothek zu der wertvolle Handschriften (z. B. Inkunabeln), Bücher und seltene Musikinstrumente gehörten, aber auch bedeutende Grafiken (z. B. Flugblatt-Sammlung).
Collection history
Mit Erlass der Verordnung zur Durchführung der Bodenreform in der SBZ wurde 1945 das gesamte in der Provinz Sachsen gelegene Vermögen der Familie Apel entschädigungslos enteignet. Das Inventar des Gutshauses wurde gesichert und auf verschiedene Institutionen verteilt (u. a. Schlösser Wernigerode, Mosigkau und Molsdorf, Universitätsbibliothek Halle, Kunstmuseum Moritzburg in Halle, Händel-Haus Halle, Landesarchiv Sachsen-Anhalt in Wernigerode). Teile davon wurden später durch die Behörden der DDR veräußert.
1945 wurde in dem Gutshaus ein Kinderheim eingerichtet. Es zog 1999 in neuere Räumlichkeiten, wodurch sich der Familie Apel die Gelegenheit bot, das Rittergut zurückzukaufen und sukzessive zu renovieren.
Im Zuge eines Provenienzforschungsprojektes des Leopold-Hoesch-Museums in Düren wurden vier Druckgrafiken aus der Serie der Jahreszeiten als Straßburger Ansichten des holländischen Künstlers Wenzel Hollar (1607-1677) identifiziert, die sich seit 1957 im Bestand befanden und die nachweislich aus der Sammlung Apel vom Rittergut Ermlitz stammten. 2018 restituierte das Leopold-Hoesch-Museum aufgrund der Entscheidung des Rates der Stadt Düren, die vier Grafiken an die Erben.
Network
Personen/Körperschaften
- Sammlungsgründer(Theodor Apel war der Gründer der Sammlung.)30.11.2017
- Sammlungsbesitzer(Gerd-Heinrich Apel erwarb 2001 das elterliche Gutshof-Ensemble mit barockem Herrenhaus und Park zurück, engagierte sich für die Restaurierung, trug Teile der weit verstreuten Sammlung (Möbel, Musikinstrumente, Familienbildnisse, Bibliothek) wieder zusammen und brachte sie zu großen Teilen in die 2002 gegründete Apelsche Kulturstiftung ein.)Weitere InformationsquelleDatenbank | Biografische Informationen aus der Weber-Gesamtausgabe22.08.2025
- Sammlungsverwalter(Die Moritzburg in Halle (Saale) wurde als zentrales Depot für das durch die Bodenreform enteignete Kunst- und Kulturgut genutzt, auch für Kunstgegenstände aus der Sammlung Apel/Ermlitz. Laut einer Schlossbergeliste gelangte ein Karton mit 105 Grafiken aus Ermlitz 1948 an die Moritzburg in Halle.)30.11.2017
- KontaktLeopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum Düren(Im Leopold-Hoesch-Museum in Düren befanden sich seit 1957 vier Druckgrafiken des holländischen Künstlers Wenzel Hollar (1607-1677) im Bestand, die nachweislich aus der Sammlung Apel vom Rittergut Ermlitz stammten. Diese wurde 2018 an die Erben restituiert.)30.11.2017
- Kontakt(Nach der Beschlagnahmung der Apelschen Sammlung nach 1945 gelangte ein Großteil der Bibliotheksbestände in die ULB Halle, der 2003 an die Erben rückübertragen worden ist.)2007
- Kontakt(Drei Handschriften aus der ehemaligen Apelschen Bbliothek kaufte die UB Leipzig im Juli 2004 von Gerd-Heinrich Apel (Ermlitz/Hamburg) an, nachdem die Codices 2003 in das Eigentum der Familie Apel rückübertragen worden waren. Aufgrund rechtlicher Bestimmungen verblieben die deutschsprachigen Codices bis 2014 in der Universitäts- und Landesbibliothek Halle.)2007
Ereignisse
- Betroffener(Der Verlust der Sammlung geht auf die Umsetzung der Bodenreform in der SBZ zurück.)30.11.2017
Provenienzmerkmale
- VerwendetWeitere InformationsquelleGND22.08.2025
References
Forschungsprojekte
Literatur & digitale Angebote
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