Sammlung Heinrich Rothberger
Basic Information
Besonders die Porzellanstücke aus der Sammlung Heinrich Rothberger waren von einer exzellenten Qualität. Außerdem enthielt die Sammlung Aquarelle von Carl Schütz, Rudolf von Alt und von Josef Kriehuber sowie Gemälde, Schmuck, Silber und Möbel.(Lillie, S. 994, p. 994.)
Collection history
Einige Stücke sowie zwei Landschaftsgemälde des Künstlers Droogsloot wurden zwecks Deckung vermeintlicher Steuerschulden über das Auktionshaus Hans W. Lange versteigert.
Die Sammlung, um deren Ausfuhr angesucht wurde und deren Wert die Vermögensverkehrstelle bei der Vermögensanmeldung auf 133.800 Reichsmark schätzte, ist versiegelt und somit "vorsorglich gesichert" worden. Es gibt eine Abschrift der Porzellansammlung als Anlage zum Ansuchen um Ausfuhrgenehmigung mit handschriftlichen Bemerkungen unter anderem von Dr. Josef Zykan von der Zentralstelle für Denkmalschutz.
Nach der Sicherstellung der Kunstwerke wurden die Objekte von der Zentralstelle für Denkmalschutz verzeichnet.
1939 und 1940 wurden über den Rechtsanwalt Camillo Limpens, das Auktionshaus Weinmüller Wien sowie das Antiquariat Gilhofer & Ranschburg zahlreiche Objekte der Sammlung Heinrich Rothberger vor allem an Museen verkauft.
Nach der Flucht des Ehepaares Rothberger wurde der Schmuck von Ella Rothberger und Silber sowie Herrenschmuck aus dem Besitz ihres Mannes an das Wiener Dorotheum zwangsweise abgeliefert. Drei Stücke wurde nach Berlin versandt, alles weitere wurde zu einem sehr geringen Preis verkauft.
Der Rechtsanwalt Limpens-Doernraedt bot der Graphischen Sammlung Albertina zwecks Einbringung der sog. "Judenvermögensabgabe" Werke aus der Sammlung Rothberger zum Kauf an.
1945 wurde das aus der Sammlung stammende Aquarell (Rudolf von Alt, Stephansplatz mit dem Rothberger-Haus, 1879) bei Heinrich Hoffmann beschlagnahmt und an den Central Collecting Point übergeben. Da offenbar nicht ermittelt werden konnte, dass es sich um ein entzogenes Werk handelte, wurde das Aquarell an die Familie Hoffmann zurückgegeben.
Anfang 1947 beantragte Heinrich Rothberger beim österreichischen Bundesdenkmalamt die Ausfuhr jenes Teils seiner Porzellansammlung, der nicht entzogen oder zwangsverkauft worden war und nun von Rechtsanwalt Limpens verwahrt wurde. Dem Antrag wurde für 32 Porzellane stattgegeben.
25 Porzellane aus dem Museum für Angewandte Kunst wurden an die ErbInnen nach Heinrich Rothberger restituiert.
Zwei Radierungen aus der Albertina wurden an die die ErbInnen nach Heinrich Rothberger restituiert.
Das Wien Museum (ehemals Historisches Museum Wien) gab ein Solitär-Service und eine Schale mit Untertasse an die ErbInnen nach Heinrich Rothberger zurück.
2017 wurden zwei Porzellanfiguren aus dem Museum Huelsmann Bielefeld an die ErbInnen nach Heinrich Rothberger restituiert.
Network
Personen/Körperschaften
- Verweist auf(Die seit Januar 1948 mit der Albertina laufenden Verhandlungen um Rückgabe endeten im Juli mit einem Vergleich. Vier Aquarelle des Künstlers Carl Schütz, die die Albertina 1940 über Camillo Limpens erworben hatte, verblieben in der Graphischen Sammlung. Als Gegenleistung erhielt Rothberger vier Kupferstiche von Israhel van Meckenem.)Weitere InformationsquelleWebseite Lexikon der österreichischen Provenienzforschung29.12.2025
- Verweist auf(Ein Porzellanobjekt aus der Sammlung befindet sich im British Museum.)Weitere InformationsquelleWebseite Lexikon der österreichischen Provenienzforschung29.12.2025
- Verweist auf(Der Schmuck von Ella Rothberger und Silber sowie Herrenschmuck aus dem Besitz ihres Mannes wurden an das Wiener Dorotheum zwangsweise abgeliefert. Drei Stücke sind nach Berlin versandt, alles weitere ist zu einem sehr geringen Preis verkauft worden.)
- Verweist auf(Im Fitzwilliam-Museum befindet sich ein Porzellanobjekt aus der Sammlung Heinrich Rothberger, das von den ErbInnen nach Heinrich Rothberger zurückgefordert wurde.)Weitere InformationsquelleWebseite Lexikon der österreichischen Provenienzforschung - Heinrich Rothberger29.12.2025
- Verweist auf(Über das Antiquariat Gilhofer & Ranschburger wurden zahlreiche Objekte der Sammlung Heinrich Rothberger vor allem an Museen verkauft.)Weitere InformationsquelleWebseite Lexikon der österreichischen Provenienzforschung29.12.2025
- Verweist auf(Das Österreichische Museum für angewandte Kunst erhob Einspruch gegen eine Ausfuhrgenehmigung Heinrich Rothbergers 1947 für zwei große Schüsseln mit Schwarzlotmalerei aus der Wiener Porzellanmanufaktur Du Paquier. Für 50 Stücke, die dieses Museum in der NS-Zeit aus der Sammlung Heinrich Rothbergers erworben hatte, beantragte der Rechtsanwalt Limpens ebenfalls 1947 die Rückstellung. Nach mehrmonatigen Verhandlungen kam es zu einem Vergleich: 31 Porzellane und ein Emailkännchen wurden an Rothberger restituiert, die übrigen 18 Porzellane widmete dieser dem Museum. Die zwei Schüsseln mit Schwarzlotmalerei verblieben ebenfalls im Museum, Rothberger erhielt dafür im Tausch sechs Schüsseln aus chinesischem Porzellan. (1947))Weitere InformationsquelleWebseite Lexikon der österreichischen Provenienzforschung29.12.2025
- Sammlungsbesitzer
- Verweist auf(53 Werke der Sammlung gelangten durch Zwangsverkäufe in die Sammlungen des ehemaligen Kunstgewerbemuseums.)
- Verweist auf(Über das Wiener Kunstversteigerungshaus Adolf Weimüller Adolf wurden 1939, zwecks Deckung der vermeintlichen Steuerschulden der Rotbergers, Werke aus der Sammlung Rothberger verkauft.)
- Verweist auf(Das frühere Historische Museum der Stadt Wien übernahm Werke aus der Sammlung Rothberger aus Zwangsverkäufen.)
- Verweist auf(Es gibt eine Abschrift der Porzellansammlung als Anlage zum Ansuchen um Ausfuhrgenehmigung mit handschriftlichen Bemerkungen unter anderem von Dr. Josef Zykan von der Zentralstelle für Denkmalschutz.)
Ereignisse
- Auktionsgegenstand(Einige Stücke sowie zwei Landschaftsgemälde des Künstlers Droogsloot wurden zwecks Deckung vermeintlicher Steuerschulden über das Auktionshaus Hans W. Lange versteigert. (18.11.1938-19.11.1938))
References
Literatur & digitale Angebote
- Wird angeführt in(p. 990-997.)