Ermelerhaus (Berlin)
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Der Ursprung des Ermelerhauses liegt im Jahr 1567. 1760–1763 wurde das dreigeschossige Ermelerhaus vermutlich von Friedrich Wilhelm Diterichs in der Breite Straße 11 zu einem Rokokopalais umgebaut. Davon sind heute noch die vergoldete schmiedeeiserne Treppe, der Festsaal im ersten Obergeschoß und das Rosenzimmer im Hofflügel erhalten. Besitzer des Hauses war zu der Zeit der Armeelieferant Peter Friedrich Damm († 1776).1804 verkaufte dessen Witwe das Haus an den Tabakhändler Neumann, im selben Jahr erfolgte die klassizistische Umgestaltung der Fassade. 1824 wurde das Haus von Wilhelm Ferdinand Ermeler erworben, der es durch seine Salon-Veranstaltungen zu einem der geistig-kulturellen Zentren Berlins machte. 1914 verkaufte die Witwe des letzten Ermeler-Nachfahren das Ermelerhaus an die Stadt. Später wurde es Ratsbibliothek und 1932 Kulturmuseum und Zweigstelle des Märkischen Museums.
Die in die Reichsbank ausgelagerte Ausstellung, deren Bestand nur zum Teil den Krieg überstanden hatte, durfte trotz der Bemühungen Walter Stengels (Direktor des Märkisches Museums) nicht in die Räume des Ermelerhauses zurückkehren, das Haus stand dem Märkischen Museum nicht länger zur Verfügung. Stattdessen diente das Ermelerhaus nach kurzer Unterbrechung erneut der Ratsbibliothek, wie die Magistratsbibliothek seit 1934 hieß, und dem Stadtarchiv als Unterkunft. Darüber hinaus bezogen Dienststellen des Berliner Magistrats die Räume des kaum zerstörten Gebäudes.
Ab Sommer 1945 wurde das Ermelerhaus, das sich im sowjetischen Sektor Berlins, befand, Auffangort für viele Buchbestände und Bibliotheken, die von der Bergungsstelle für wissenschaftliche Bibliotheken beim Magistrat von Berlin, Abteilung Volksbildung, an verschiedenen Orten Berlins zusammengetragen wurden. Ebenso wurden bis 1952 Kunstgegenstände, unter anderem gefährdetes, herrenloses Bergungsgut oder beschlagnahmtes Gut von staatlichen Grundstücken und Gebäuden der Stadt Berlin und Brandenburg (also auch „Volkseigentum aus enteignetem Besitz oder aber aus nicht feststellbarem Besitz“) sowie Bestände des Märkischen Museums hier deponiert. Auch haben sich Kunstwerke aus Carinhall im Ernelerhaus befunden.
1967 trug man das Palais in der Breiten Straße sorgsam ab und baute es am Märkischen Ufer 10 wieder auf, wo es seit 1969 als Gaststätte genutzt wird. Das Ermelerhaus zählt zu den wenigen erhalten gebliebenen Patrizierhäusern des alten Berlin und steht unter Denkmalschutz.
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Personen/Körperschaften
- Besitzer, EigentümerIm Jahr 1824 erwarb der Tabakfabrikant Wilhelm Ferdinand Ermeler (1784–1866) das später nach ihm benannte Haus in der Breiten Straße 11.Tabakvertrieb Wilhelm ErmelerFurther sourceWikipedia10.06.2025
- ZusammengehörigDas Ermelerhaus war seit 1932 Zweigstelle und Ausstellungsgebäude des Märkischen Museums in Berlin.Further sourceWikipedia10.06.2025
- KontaktFür den Bereich der Bibliothek des Instuituts für Marxismus-Leninismus (IML) ist nachweisbar, dass es bis in die 1960er Jahre zu Transporten aus dem Ermelerhaus gekommen war. Da sich besonders die Bestände im Ermelerhaus teils aus den „Gegnerbibliotheken“ des Reichssicherheitshauptamtes speisten, liegt hier die Vermutung nahe, dass es zur Übernahme von Objekten aus NS-Unrechtskontexten gekommen ist.31.01.2024
- KontaktDas Museum für Deutsche Geschichte (MfDG) erhielt über den Magistrat von Groß-Berlin Objekte, die insbesondere im Hinblick auf ihre Herkunft aus dem Depot Ermelerhaus kritisch zu sehen sind.30.11.2020
- MitarbeiterHeinrich Wittich, Sachbearbeiter im Referat Bildende Kunst der Hauptamtes Kunst beim Magistrat von Groß-Berlin, war unter anderem für die Verwaltung von Kunstwerken im Ermelerhaus zuständig. Im Sommer 1952 erstellte er eine Liste über die in der Bergungsstelle des Ermelerhauses noch verbliebenen Objekte und deren Verteilung auf verschiedene Museen.30.11.2020
References
Forschungsprojekte
Archivalien
Literatur & digitale Angebote
- Wird angeführt in