Heimatmuseum Kolberg
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Die Eröffnung des provisorischen Heimatmuseums, der „unterrichtsbegleitenden Schausammlung“, erfolgte am 17. März 1925. Im linken vorgebauten Vorflügel befanden sich vorerst drei Museumsräume, die durch einen separaten Zugang von der Straße aus, den Besuchern zugänglich waren. Die ersten Ausstellungsstücke waren vor- und frühgeschichtliche Grabungsfunde. Sein Leiter, Otto Dibbelt, sltellte auch seine privaten Schätze zur Verfügung. Seine Aufrufe in den Monatsblättern zum Sammeln und Bewahren von volkskundlichem Kulturgut sowie Bodenfunden brachten bald eine Vielzahl von Sammlungsgegenständen zusammen.
Im Juli 1928 drängten Dibbelt und der Verein die Kolberger Stadtverwaltung zum Erwerb des alten Bürgerhauses in der Schlieffenstraße 15. Dem Ankauf wurde am 29. April 1929 von der Stadtverordnetenversammlung zugestimmt. Damit diese Zustimmung erfolgen konnte war es notwendig, der Stadt auch die Rechte am Museum zuzugestehen, die bis dahin nur beim Verein lagen. Am 1. November 1928 erfolgte daher der Beschluss, das Museum in die Verwaltung der Stadt zu übergeben.
Etwa ab 1931 verstärkte Dibbelt die biologische Sammelarbeit.
Im Jahre 1934 wurde das Museum im Bürgerhaus in der Schlieffenstraße eröffnet und zeigte in seiner Dauerausstellung Wohnkultur des 16. bis 18. Jahrhunderts, Hanse- Handels- und Seefahrtsgeschichte, bäuerliches Handwerk und Gedenkräume sowohl für den Nettelbeck sowie für den Dichter Ramler.
1935 wurde die Kunstausstellung „Hinterpommern – Land und Leute“ gezeigt; Veranstalter war der Kolberger Verein für Heimatkunde, Initiator und Organisator war Dibbelt. Unterstützung fand er bei dem Bildhauer Joachim Utech, der die Kösliner Ausstellung geleitet hatte. Dibbelt bewegte sich mit dieser Ausstellung auf schmalem Grat, denn einerseits wollte er bei der Reichskunstkammer in Berlin nicht anecken, andererseits auch Werke von verfemten Künstlern wie Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff zeigen.
Die Stadt Kolberg erwarb 1935 als weiteren Museumsstandort ein repräsentatives Bürgerhaus in der Baustraße 34 aus Privatbesitz. Im Frühjahr 1935 erfolgte der Umzug des gesamten Gutes in das sogenannte Schwibbogenhaus in der Baustraße.
Am 3. Juli 1937 erfolgte die Eröffnung des neuen Heimatmuseums in der Baustraße, das nach den Vorstellungen von Nikola Michailow gestaltet worden war. Die Wehrmacht hatte wesentlich zum Entstehen beigetragen. In der Eröffnungsrede und in Presseberichten wird Dibbelt nicht mehr erwähnt.
Am 11. Februar 1938 wurde Nikola Michailow von der Stadtverwaltung offiziell zum Leiter der städtischen Museen, der Volksbibliothek und des Stadtarchivs eingesetzt. In diesem Zusammenhang wurde eine repräsentative Neuordnung des Heimatmuseums Kolbergs im Sinne der Nationalsozialisten vorgenommen.
Bei der Zerstörung Kolbergs durch die Rote Armee im März 1945 wurde das Plüddemannsche Palais in der Münderstraße 8 und das Haus in der Schlieffenstraße völlig zerstört. Das Braunschweigische Palais wurde rekonstruiert und beherbergt heute das 1963 gegründete Museum für polnische Waffen und Kolberger Stadtgeschichte als Nachfolgeinstitution des Heimatmuseums Kolberg.
Network
Person/Corporate bodies
- Leitende PositionOtto Dibbelt war seit Gründung des Museums nebenamtlicher Leiter des Museums. Ihm zur Seite standen eine ehrenamtlich wirkende Kraft und zwei Personen mit „geringer Vergütung“. Otto Dibbelt wurde die Stellung als Leiter des Museums am 29. September 1936 vom Oberbürgermeister fristlos gekündigt, nachdem er ab 1935 wegen eines Devisenverfahrens beurlaubt worden war.22.10.2020
- Leitende PositionNach Dibbelts Beurlaubung (09.1936) wegen des Devisenverfahrens übernahm Heinrich Göbel im Auftrag des Kolberger Bürgermeisters als Museumsdezernent die kommissarische Leitung des Kolberger Heimatmuseums und setzte bei der Nutzung des Schwibbogenhauses seine eigenen Vorstellungen um.22.10.2020
- Leitende PositionAm 11.02.1938 wurde Nikola Michailow offiziell von der Stadtverwaltung zum Leiter der städtischen Museen, der Volksbibliothek und des Stadtarchivs in Kolberg eingesetzt und war damit Nachfolger Otto Dibbelts.Das Museum wurde vollkommen neu ausgerichtet und die Objekte der Sammlung, die einen Kolberger Bezug hatten oder aus anderen Gründen interessant für das Museum waren, sollten in den Besitz der Stadt übertragen werden. Michailow wurde 1939 zur Wehrmacht einberufen, sodass Heinrich Göbel die Museumsgeschicke wieder in die Hand nahm und diese bis zum Frühjahr 1945 weiterführte.22.10.2020
- Verweist aufDas Kolberger Museum wurde in der Arbeitsgemeinschaft der Pommerschen Heimatmuseen durch Otto Dibbelt vertreten.22.10.2020
Collections
- Verweist auf1937 wurden die Objekte aus Otto Dibbelts Privatbesitz im Auftrag der Stadt Kolberg ohne Dibbelts Wissen und ohne vorherige Benachrichtigung von unkundigen Kräften auf dem Dachboden des Lyzeums in einem provisorischen Lattenverschlag untergebracht. Dort lagerten sie unter schwierigen Bedingungen, dem Wetter, Staub, Schadinsekten und unberechtigtem Zugriff ausgesetzt. Dibbelt erhoffte sich Hilfe vom Naturkundemuseum Berlin und ließ von dort zur Beurteilung Johann Gerhard Helmcke kommen. Dieser schätzte den Wert der Sammlungen hoch ein und bemängelte den Zustand der Lagerung.22.10.2020
References
Research projects
Archival sources
- Wird angeführt in22.10.2020
Literatur & digital content
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