Kriegsbedingt verlagertes Kulturgut

18.10.1907

Haager Landkriegsordnung

Aus­gangs­punkt für die Rück­füh­run­gen kriegs­be­dingt ver­la­ger­ten Kul­tur­guts bil­det das Völ­ker­recht und hier spe­zi­ell die Haa­ger Land­kriegs­ord­nung (HLKO) von 1907: Sie ver­bie­tet et­wa Plün­de­run­gen (Art. 47 HL­KO: „Die Plünderung ist ausdrücklich untersagt.“), schützt das Pri­vatei­gen­tum und un­ter­sagt die Be­schlag­nah­mung, Zer­stö­rung oder Be­schä­di­gung von Wer­ken der Kunst (Art. 56 HL­KO: „Jede Beschlagnahme, jede absichtliche Zerstörung oder Beschädigung von derartigen Anlagen, von geschichtlichen Denkmälern oder von Werken der Kunst und Wissenschaft ist untersagt und soll geahndet werden.“).

Quelle: https://www.1000dokumente.de/index.html?c=dokument_de&dokument=0201_haa…

09.1939

Beginn der Auslagerungen

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges verbringen Museen, Bibliotheken und Archive im Deutschen Reich ihre Bestände nach und nach in →Auslagerungsorte, um sie vor Kriegseinwirkungen zu schützen. Zweitweise Sicherheit finden die Sammlungen in Museumskellern, Schlössern, Eisenbahntunneln, →Flakbunkern, Banktresoren oder Bergwerken.

29.09.1941

Beginn der Umlagerungen von Berliner Museumsbeständen in neu errichtete Bunker

Die kostbarsten Sammlungsteile der Staatlichen Museen zu Berlin werden im neu errichteten Bunkersystem am Zoo, später auch in Friedrichshain ausgelagert. Mit der zunehmenden Bombardierung Berlins werden auch →Auslagerungsorte in der Umgebung Berlins, in Schlesien, Mecklenburg sowie Mittel- und Süddeutschland aktiviert.

Quelle: 
Uta Barbara Ullrich: Chronik der Ereignisse (1935-2004), in: Klaus-Dieter Lehmann, Günther Schauerte (Hg.): Kulturschätze – verlagert und vermisst. Eine Bestandsaufnahme der Stiftung Preußischer Kulturbesitz 60 Jahre nach Kriegsende, Berlin 2004, S. 94.

11.1942

Einrichtung einer Staatlichen Sonderkommission in Moskau

Einrichtung der →„Staatlichen Sonderkommission zur Registrierung und Untersuchung von Verbrechen und Zerstörungen durch die faschistische deutsche Besatzungsmacht und deren Verbündete, begangen an Bürgern, Kolchosen, öffentlichen Einrichtungen, Staatsbetrieben und Organen der UdSSR“. Innerhalb dieser Sonderkommission wird im September 1943 ein Expertenbüro eingerichtet, das unter Leitung von Igor Grabar Kulturgüter aus deutschen Museen für Kompensationen sowjetischer Schäden vorschlägt (→Äquivalenten-Listen).

Quelle: 
Anatsasia Yurchenko: Zwischen Illusion und Realität. "Äquivalente" als Kompensation für Kulturgutverluste der UdSSR, in: Britta Kaiser-Schuster (Hg.): Kulturelles Gedächtnis. Kriegsverluste deutscher Museen: Wege und Biografien, (Studien zu kriegsbedingt verlagerten Kulturgütern, Bd. 3), Wien/Köln/Weimar 2021, S. 174-207, hier S. 178.

05.01.1943

Londoner Erklärung

Die „Alliierte Erklärung über die in den vom Feinde besetzten oder unter seiner Kontrolle stehenden Gebieten begangenen Enteignungshandlungen“ (kurz Londoner Erklärung oder Inter-Allied Declaration) kündigt an, jede in den feindlich besetzten Gebieten vollzogene „Übertragung und Veräußerung von Eigentum, Guthaben, Rechten und Anrechten, welcher Natur sie auch seien, für nichtig zu erklären“. Sie bildet die Grundlage für die Restitutionsregelungen der alliierten Besatzungsmächte in Deutschland.

Quelle: 
Sabine Rudolph: Restitution von Kunstwerken aus jüdischem Besitz. Dingliche Herausgabeansprüche nach deutschem Recht, (Schriften zum Kulturgüterschutz/Cultural Property Studies), Berlin 2007, S. 60.

https://www.lootedartcommission.com/inter-allied-declaration

02.1943

Gründung der ersten Sowjetischen Trophäenbrigaden

Die →Trophäenbrigaden werden ab 1943 zunächst für die Sicherstellung militärischer Gegenstände in den von der Roten Armee besetzten Gebieten eingesetzt. Ab Februar 1945 werden sie auch mit dem Abtransport von Kulturgütern betraut.

Quelle:
Britta Kaiser-Schuster (Hg.): Kulturelles Gedächtnis. Kriegsverluste deutscher Museen: Wege und Biografien, (Studien zu kriegsbedingt verlagerten Kulturgütern, Bd. 3), Wien/Köln/Weimar 2021, S. 31.

20.08.1943

Gründung der “American Commission for the Protection and Salvage of Artistic and Historic Monuments in War Areas“

Die umgangssprachlich nach ihrem Vorsitzenden Owen J. Roberts benannte →„Roberts Commission“ besteht bis zum 20. Juni 1946 und sammelt Informationen über den NS-Kunstraub. Im Oktober 1944 legt sie Prinzipien für die Restitution von Kulturgütern vor.

Quelle:
Iris Lauterbach: Der Central Collecting Point in München. Kunstschutz, Restitution, Neubeginn, Berlin/ München 2015, S. 19-22.

11.1944

Gründung des “Gosfond Literatury“ (Staatsfonds für Literatur)

Die sowjetische Regierung gründet den →“Gosfond Literatury“ (Staatsfonds für Literatur) mit Sitz in Moskau und Leningrad und dem Ziel, die Verluste sowjetischer Bibliotheken durch beschlagnahmte deutsche Bibliotheken zu ersetzen.

Quelle:
Ingo Kolasa: Where Have All the Volumes Gone? A Contribution to the Discussion of "Captured Cultural Property" and "Trophy Commissions", in: College and Research Libraries 57, Fulton 1996, S. 502.

19.01.1945

Beginn der Umlagerungen in Sachsen aufgrund der vorrückenden Ostfront

Der „Reichsstatthalter“ von Sachsen, Martin Mutschmann, befiehlt, alle östlich der Elbe eingelagerten Kunstwerke in →Auslagerungsorte westlich der Elbe zu überführen. Werke aus Dresdener Museen verbrennen während der Bombardierung am 13. Februar 1945 auf mehreren im Stadtgebiet abgestellten Fahrzeugen.

Quelle:
Staatliche Kunstsammlungen Dresden (Hg.): Kunstbesitz. Kunstverlust. Objekte und ihre Herkunft, Booklet zur Ausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, 16.11.2018-25.03.2019, Dresden 2018, S. 58.

08.03.1945

Adolf Hitler befiehlt die Sicherung der Kunstschätze außerhalb Berlins

Im folgenden Monat werden zehn Transporte in mitteldeutsche Bergwerke durchgeführt.

Quelle:
Uta Barbara Ullrich: Chronik der Ereignisse (1935-2004), in: Klaus-Dieter Lehmann, Günther Schauerte (Hg.): Kulturschätze – verlagert und vermisst. Eine Bestandsaufnahme der Stiftung Preußischer Kulturbesitz 60 Jahre nach Kriegsende, Berlin 2004, S. 96.

01.05.1945

Einnahme der Flakbunker und Museumsgebäude in Berlin durch die Rote Armee

Die →Flakbunker Zoo und Friedrichshain sowie die Gebäude auf der Museumsinsel und in Dahlem, das Museum für Völkerkunde sowie das Kunstgewerbemuseum werden am 1. und 2. Mai durch die Rote Armee eingenommen. Am 5. und 6. bzw. 14. und 18. Mai kommt es im →Flakbunker Friedrichshain zu schweren Bränden und großen Verlusten der dort ausgelagerten Bestände.

Quelle:
Uta Barbara Ullrich: Chronik der Ereignisse (1935-2004), in: Klaus-Dieter Lehmann, Günther Schauerte (Hg.): Kulturschätze – verlagert und vermisst. Eine Bestandsaufnahme der Stiftung Preußischer Kulturbesitz 60 Jahre nach Kriegsende, Berlin 2004, S. 96-97.

Konstantin Akinscha, Grigori Kozlov: Beutekunst. Auf Schatzsuche in russischen Geheimdepots, München 1995, S. 92-96.

14.06.1945

Die westlichen Militärbehörden richten in ihren Besatzungszonen Sammeldepots ein, die sogenannten →Central Collecting Points (CCP).

In die →CCPs werden Kulturgüter gebracht, die in den →Auslagerungsorten vorgefunden wurden, darunter Bestände öffentlicher Institutionen sowie NS-Raubgut. Die bedeutendsten →CCPs sind in Celle (britische Zone), Marburg, München, Wiesbaden sowie Offenbach (alle amerikanische Zone) zu finden.

Quelle:
Iris Lauterbach: Der Central Collecting Point in München. Kunstschutz, Restitution, Neubeginn, Berlin/ München 2015, S. 9-10.

1945-1947

Beschlagnahme und Verbringung einer Vielzahl von Kulturgütern durch die Rote Armee in die Sowjetunion

30.06.1945

Erste Kulturgüter aus Deutschland treffen auf dem Flughafen Moskau Wnukowo ein

Die erste Maschine aus Berlin ist mit drei Kisten des Goldes von Troja beladen. Am 31. Juli wird ein Zug von 30 Waggons mit 1.553 Kisten aus Dresden nach Moskau geschickt. Am 10. August treffen die Kunstschätze aus Dresden ein, unter anderem die Sixtinische Madonna. Am 27. September fährt ein Zug von 34 Waggons mit 1.128 Kisten aus Berlin Richtung Leningrad. Der Pergamonaltar landet am 29. Oktober in Leningrad.

Quelle:
Konstantin Akinscha, Grigori Kozlov: Beutekunst. Auf Schatzsuche in russischen Geheimdepots, München 1995, S. 59-60.

Grigorij Kozlov: Die sowjetischen "Trophäenbrigaden" - Systematik und Anarchie des Kunstraubes einer Siegermacht, in: Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste (Hg.): Kulturgüter im Zweiten Weltkrieg. Verlagerung - Auffindung - Rückführung, (Veröffentlichungen der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste, Bd. 4), Magdeburg 2007, S. 79-104, hier S. 90.

17.07.1945

Memorandum anlässlich der Potsdamer Konferenz

Der Group Control Council (USGCC) der US-Armee unterbreitet ein Memorandum, in dem die in der amerikanischen Besatzungszone aufgefundenen Kulturgüter kategorisiert werden. Neben beschlagnahmtem und enteignetem Besitz setzt sich die Kategorisierung auch mit öffentlichem Besitz auseinander und der umstrittenen Frage der →„restitution in kind“.

Quelle:
Iris Lauterbach: Der Central Collecting Point in München. Kunstschutz, Restitution, Neubeginn, Berlin/ München 2015, S. 22-24.

1945-1948

Rückgabe von über 500.000 sowjetischen Kunstgegenständen aus den amerikanischen →Central Collecting Points an die Rote Armee

Zwischen September 1945 und September 1948 werden insgesamt 13 Transporte mit Kulturgütern der →Monuments, Fine Arts, and Archives Section an die Sowjetunion restituiert. Bei den Objekten handelt es sich um unterschiedliche Gattungen, von Gemälden und Ikonen, Porzellanen, Naturalia und archäologischen Funden bis hin zu ethnografischen Artefakten sowie Archivmaterial und Bibliotheksbestände aus zahlreichen Museen in Russland, Ukraine und Weißrussland.

Quelle:
Britta Kaiser-Schuster (Hg.): Kulturelles Gedächtnis. Kriegsverluste deutscher Museen: Wege und Biografien, (Studien zu kriegsbedingt verlagerten Kulturgütern, Bd. 3), Wien/Köln/Weimar 2021, S. 21.

Konstantin Akinscha, Grigori Kozlov: Beutekunst. Auf Schatzsuche in russischen Geheimdepots, München 1995, S. 252.

Patricia Kennedy Grimsted: U.S. Restitution of Nazi-Looted Cultural Treasures to the USSR, 1945–1959. Facsimile Documents from the National Archives of the United States, Washington D.C. 2001, S. 8-10.

https://iisg.nl/archives-and-restitution/intro.pdf

30.10.1945

Befehl Nr. 124 der Sowjetischen Militär-Administration

Der Befehl Nr. 124 der →Sowjetischen Militär-Administration betreffend Auferlegung der Sequestration und Übernahme in zeitweilige Verwaltung einiger Vermögenskategorien bildet die Grundlage für den Zugriff auf deutsche Kunstwerke.

Quelle:
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Befehl_Nr._124_der_Sowietischen_Mil…

07.11.1945

Wiesbadener Manifest

Die amerikanischen Kunstschutzoffiziere (→Monuments Men) geben eine Erklärung gegen die Verbringung von Kunstschätzen aus deutschen Museen in die Vereinigten Staaten ab.

Quelle:
Walter I. Farmer: Die Bewahrer des Erbes. Das Schicksal deutscher Kulturgüter am Ende des Zweiten Weltkrieges. Berlin 2002.

https://translanth.hypotheses.org/ueber/wiesbadener-manifest

09.05.1946

Resolution an den US-Präsidenten Harry S. Truman zur Rückgabe der Kunstwerke nach Deutschland

In der Folge des Wiesbadener Manifests unterschreiben 96 amerikanische Kunstexperten eine Resolution, in der sie die Rückgabe der in die USA verbrachten Kunstwerke verlangen. Es handelt sich um 202 Gemälde aus Berlin. Die Resolution wird von Julana Force, Direktorin des Whitney Museums, und Frederick Mortimer Clapp, Direktor der Frick Collection (beide New York), initiiert. Die Rückführung der Gemälde in den →CCP Wiesbaden erfolgt 1949.

Quelle:
Tanja Bernsau: Die Besatzer als Kuratoren? Der Central Collecting Point Wiesbaden als Drehscheibe für einen Wiederaufbau der Museumslandschaft nach 1945, Berlin 2013, S. 237.

18.06.1946

Befehl Nr. 177 der →Sowjetischen Militär-Administration

Mit der Anordnung zur „Rückführung der Museumwerte und die Wiedereröffnung der Museen" werden bis 1948 die verbliebenen Museums- und Bibliotheksbestände aus den →Auslagerungsorten in der →sowjetischen Besatzungszone an ihre Ausgangsorte zurückgeführt. Der Befehl Nr. 177 wird konkretisiert durch die Richtlinie der Deutschen Zentralverwaltung für Volksbildung vom 3. Juli 1946.

Quelle:
Ministerium für auswärtige Angelegenheiten der DDR und des Ministerium für auswärtige Angelegenheiten der UdSSR (Hrsg.): Um ein antifaschistisch-demokratisches Deutschland. Dokumente aus den Jahren 1945-1949, Berlin 1968, S. 285-286, 293-297.

Uta Barbara Ullrich: Chronik der Ereignisse (1935-2004), in: Klaus-Dieter Lehmann, Günther Schauerte (Hg.): Kulturschätze – verlagert und vermisst. Eine Bestandsaufnahme der Stiftung Preußischer Kulturbesitz 60 Jahre nach Kriegsende, Berlin 2004, S. 97.

17.03.1948

Eröffnung der Ausstellung Berliner Gemälde in der National Gallery Washington

Anschließend reist ein Teil der Gemälde auf Ausstellungstournee durch die USA, bevor im April 1949 alle Gemälde wieder in den →CCP Wiesbaden zurückkehren. Fast 2,4 Millionen Besucher:innen sehen die Werke aus Berlin in den USA.

Quelle:
Tanja Bernsau: Die Besatzer als Kuratoren? Der Central Collecting Point Wiesbaden als Drehscheibe für einen Wiederaufbau der Museumslandschaft nach 1945, Berlin 2013, S. 239.

06.07.1950

Görlitzer Abkommen

Die DDR und die Volksrepublik Polen schließen einen Grenzvertrag in Zgorzelec, dem seit 1945 polnischen Teil von Görlitz. Er bezeichnet die Oder-Neiße-Linie als „Staatsgrenze zwischen Deutschland und Polen“. Der Vertrag wird unterzeichnet im Dom Kultury (Kulturhaus), der einstigen Gedenkhalle der Städtischen Kunstsammlungen.

Damit befinden sich die östlich der Oder-Neiße-Linie ausgelagerten Bestände auf nunmehr polnischem Gebiet. Es kommt zu einzelnen Rückführungen verlagerter Bestände, wie zur Jahreswende 1961/62 als das Görlitzer Ratsarchiv den Empfang von insgesamt 23,8 Tonnen Aktenmaterial mit 21.174 Archiveinheiten vermeldete. Einige Bestände, darunter das älteste Stadtbuch von 1305 oder Ausgaben des Sachsenspiegels verbleiben in Polen.

Quelle:
Jasper von Richthofen: Kriegsverlust und Beutekunst. Der schwierige Umgang mit kriegsverlagerten Kulturgütern am Beispiel des Kulturhistorischen Museums Görlitz, Görlitzer Magazin 2010, S. 71-82, hier S. 76.

22.02.1952

Übergabe der Restbestände des CCP Wiesbaden und München in die Treuhänderschaft der deutschen Bundesregierung

Die Kulturabteilung des Auswärtigen Amtes richtet zu diesem Anlass das Sonderreferat „Treuhandverwaltung von Kulturgut beim Auswärtigen Amt“ ein, deren Außenstellen sich in Wiesbaden und München befinden. Im März 1953 übernimmt die Münchener Außenstelle auch die Wiesbadener Bestände. Damit nimmt die →Treuhandverwaltung von Kulturgut München ihre Arbeit auf und setzt sie bis 1962 fort.

Quelle:
Iris Lauterbach: Der Central Collecting Point in München. Kunstschutz, Restitution, Neubeginn, Berlin/ München 2015, S. 189-190.

14.05.1954

Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten

Vom 21. April bis 14. Mai 1954 findet in Den Haag eine internationale Konferenz unter Beteiligung von 56 Staaten statt, auf der die Haagener Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten ausgearbeitet wird. Erstmals werden Maßnahmen definiert, die in Friedenzeiten zur Sicherung von Kulturgut ergriffen werden sollen. In einem separaten Abkommen (Protokoll) beschließt die Konferenz Vorgaben, um die Ausfuhr von Kulturgut aus besetzten Gebieten zu verhindern und regelte die Rückgabe von illegal ausgeführtem Kulturgut. Kulturgut dürfe in keinem Fall zur Reparationszwecken von Kriegsschäden zurückgehalten werden. Am 11. April 1967 werden die Konventionen durch Bundesgesetz angenommen.

Aufgrund des Rückwirkungsverbots sind diese Bestimmungen nicht auf infolge des Zweiten Weltkriegs verlagerte Kulturgüter anwendbar.

Quelle:
http://portal.unesco.org/en/ev.php-URL_ID=13637&URL_DO=DO_TOPIC&URL_SEC… |

https://www.kulturgutschutz-deutschland.de/DE/AllesZumKulturgutschutz/R…

31.03.1955

Erklärung des Ministerrates der UdSSR zur Rückgabe von Gemälden an die Dresdner Galerie

Mit dem Tod Josef Stalins 1953 und der Anerkennung der Souveränität der DDR 1954 kommt es zu einer Neubewertung der Rückgabefrage. Ab 1955 kehren die Gemälde über Berlin nach Dresden zurück – mehrstufig und propagandistisch inszeniert.

Quelle:
Gilbert Lupfer: "Auferstehung einzigartiger Kunst durch edle Freundestat". Die Erzählung von der Rettung der Dresdner Gemälde, in: Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste (Hg.): Kulturgüter im Zweiten Weltkrieg. Verlagerung - Auffindung - Rückführung, (Veröffentlichungen der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste, Bd. 4), Magdeburg 2007, S. 267-285, hier S. 268.

02.05.1955

Eröffnung der Ausstellung mit 750 Gemälden der Dresdner Gemäldegalerie im Puschkin-Museum Moskau

Nach offiziellen Angaben besuchen 1,2 Millionen Menschen die Ausstellung. Am 16. Oktober erreicht ein Sonderzug mit Werken der Dresdner Gemäldegalerie Berlin. Sie werden vom 27. November 1955 bis April 1956 in der Nationalgalerie Berlin präsentiert, bis sie ab 3. Juni 1956 wieder in der Sempergalerie in Dresden zu sehen sind. Zum Festakt anlässlich der Eröffnung ist Ministerpräsident Otto Grotewohl anwesend.

Quelle:
Gilbert Lupfer: "Auferstehung einzigartiger Kunst durch edle Freundestat". Die Erzählung von der Rettung der Dresdner Gemälde, in: Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste (Hg.): Kulturgüter im Zweiten Weltkrieg. Verlagerung - Auffindung - Rückführung, (Veröffentlichungen der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste, Bd. 4), Magdeburg 2007, S. 267-285, hier S. 268, 271.

20.09.1955

Vertrag über die Beziehungen zwischen der Deutschen Demokratischen Republik und der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken

Beide Staaten sichern sich eine Beziehung „völliger Gleichberechtigung, gegenseitiger Achtung der Souveränität und der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten“ zu sowie mit Artikel 8 die „kulturellen Verbindungen weiter zu entwickeln und zu festigen“.

Quelle:
https://www.hdg.de/lemo/kapitel/geteiltes-deutschland-gruenderjahre/weg…

1955-11

Rückführung der 1945 von den ukrainischen Trophäenbrigaden nach Kiew transportierten Gemälde nach Dresden

Während die Dresdner Gemälde aus Moskau in der Berliner Nationalgalerie zu sehen sind, werden die Gemälde, die ins Museum für westliche und östliche Kunst Kiew abtransportiert worden waren, direkt nach Dresden verbracht. Im Juni 1956 werden sie mit den aus Moskau zurückkehrenden Beständen vereint.

Quelle:
Gilbert Lupfer: "Auferstehung einzigartiger Kunst durch edle Freundestat". Die Erzählung von der Rettung der Dresdner Gemälde, in: Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste (Hg.): Kulturgüter im Zweiten Weltkrieg. Verlagerung - Auffindung - Rückführung, (Veröffentlichungen der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste, Bd. 4), Magdeburg 2007, S. 267-285, hier S. 272.

07.01.1957

Vereinbarung über die gegenseitige Rückgabe von Kulturgütern zwischen der Sowjetunion und der Regierung der Deutschen Demokratischen Republik

„Beide Seiten erklärten ihre Bereitschaft, die Fragen einer Rückführung von Kulturgütern (Kunstwerken, Archivmaterialien etc.) auf gegenseitiger Basis zu prüfen.“ Außenminister Lothar Bolz legt in Moskau eine Liste mit Forderungen der Museen in Berlin, Dresden und anderen ostdeutschen Städten vor. Das Dekret wird am 21. Mai 1957vom Präsidium des ZK der KPdSU angenommen.

Quelle:
Konstantin Akinscha, Grigori Kozlov: Beutekunst. Auf Schatzsuche in russischen Geheimdepots, München 1995, S. 244-245.

Uta Barbara Ullrich: Chronik der Ereignisse (1935-2004), in: Klaus-Dieter Lehmann, Günther Schauerte (Hg.): Kulturschätze – verlagert und vermisst. Eine Bestandsaufnahme der Stiftung Preußischer Kulturbesitz 60 Jahre nach Kriegsende, Berlin 2004, S. 98.

09.1958-01.1959

Rückführung der 1945 von den sowjetischen Trophäenbrigaden abtransportierten Kulturgüter in die DDR

Mit insgesamt 300 Güterwaggons findet innerhalb weniger Monate die größte Rückführungsaktion von kriegsbedingt verlagerten Kulturgütern aus der Sowjetunion in die DDR statt - u.a. an Museen, Bibliotheken und Archive in Berlin, Leipzig, Dresden, Potsdam, Schwerin, Dessau und Gotha.

Quelle:
Konstantin Akinscha, Grigori Kozlov: Beutekunst. Auf Schatzsuche in russischen Geheimdepots, München 1995, S. 259.

11.04.1967

Gesetz zu der Konvention vom 14. Mai 1954 zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten (KultgSchKonvG)

Die Bundesrepublik Deutschland stimmt mit diesem Gesetz der 1954 unterzeichneten Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten nebst Protokoll zu. Aufgrund des Rückwirkungsverbots sind diese Bestimmungen nicht auf infolge des Zweiten Weltkriegs verlagerte Kulturgüter anwendbar.

Quelle:
http://www.gesetze-im-internet.de/kultgschkonvg/BJNR212330967.html

14.11.1970

Übereinkommen über Maßnahmen zum Verbot und zur Verhütung der unzulässigen Einfuhr, Ausfuhr und Übereignung von Kulturgut

Das UNESCO-Übereinkommen dient einerseits dazu, den illegalen Handel mit antiken Gegenständen und Kulturgütern zu verhindern und andererseits die unrechtmäßige Verbringung von Kulturgut eines Vertragsstaats rückgängig zu machen. Artikel 11 besagt „Die erzwungene Ausfuhr und Übereignung von Kulturgut, die sich unmittelbar oder mittelbar aus der Besetzung eines Landes durch eine fremde Macht ergeben, gelten als rechtswidrig.“ Aufgrund des Rückwirkungsverbots sind diese Bestimmungen nicht auf infolge des Zweiten Weltkriegs verlagerte Kulturgüter anwendbar.

Quelle:
https://www.unesco.de/sites/default/files/2018-03/1970_Ma%C3%9Fnahmen_z…

08.06.1977

Zusatzprotokoll I und II zu den Genfer Abkommen vom 12. August 1949 über den Schutz der Opfer nicht internationaler bewaffneter Konflikte

Der Artikel 53 des Zusatzprotokolls I der Genfer Konventionen 1977 enthält grundlegende Regeln zum Schutz von Kulturgut und Kultstätten: „Ergänzend zu den Bestimmungen des Haager Abkommens vom 14. Mai 1954 für den Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten und anderer einschlägiger internationaler Übereinkünfte ist es verboten, a) feindselige Handlungen gegen geschichtliche Denkmäler, Kunstwerke oder Kultstätten zu begehen, die zum kulturellen oder geistigen Erbe der Völker gehören, b) solche Objekte zur Unterstützung des militärischen Einsatzes zu verwenden oder c) solche Objekte zum Gegenstand von Repressalien zu machen.“

Der Artikel 16 des Zusatzprotokolls II der Genfer Konventionen 1977 ergänzt, „bei bewaffneten Konflikten ist es verboten, feindselige Handlungen gegen geschichtliche Denkmäler, Kunstwerke oder Kultstätten zu begehen, die zum kulturellen oder geistigen Erbe der Völker gehören, und sie zur Unterstützung des militärischen Einsatzes zu verwenden.“

Aufgrund des Rückwirkungsverbots sind diese Bestimmungen nicht auf infolge des Zweiten Weltkriegs verlagerte Kulturgüter anwendbar.

Quelle:
https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1982/1362_1362_1362/de

https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1982/1432_1432_1432/de

06.05.1986

Abkommen zwischen der Regierung der Deutschen Demokratischen Republik und der Regierung der Bundesrepublik Deutschland über kulturelle Zusammenarbeit

In den 1970er- und 1980er-Jahren verhandeln die Bundesrepublik und die DDR über ein innerdeutsches Kulturabkommen. Die Frage nach der Rückführung kriegsbedingt verlagerter Kulturgüter ist bei diesen Verhandlungen zentral. Im Kulturabkommen von 1986 heißt es: „Die unterschiedlichen Auffassungen in der Frage kriegsbedingt verlagerter Kulturgüter bleiben unberührt. Die Vertragspartner erklären ihre Bereitschaft, im Rahmen ihrer Möglichkeiten Lösungen in den Bereichen kriegsbedingt verlagerter Kulturgüter zu suchen.“

Quelle:
Staatliche Kunstsammlungen Dresden (Hg.): Kunstbesitz. Kunstverlust. Objekte und ihre Herkunft, Booklet zur Ausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, 16.11.2018-25.03.2019, Dresden 2018, S. 68.

09.11.1990

Vertrag über gute Nachbarschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken

Mit Artikel 16 des Vertrags vereinbaren Deutschland und die Sowjetunion die „Erhaltung der in ihrem Gebiet befindlichen Kulturgüter der anderen Seite“. Ferner stimmen sie überein, „daß verschollene und unrechtmäßig verbrachte Kunstschätze, die sich auf ihrem Territorium befinden, an den Eigentümer oder seinen Rechtsnachfolger zurückgegeben werden.“

Quelle:
http://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&jum…

17.06.1991

Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit

Mit Artikel 28 des Vertrages verständigen Deutschland und Polen sich, der Kulturgüter anzunehmen und sie zugänglich zu machen, „die von geschichtlichen Ereignissen sowie kulturellen und wissenschaftlichen Leistungen und Traditionen der anderen Seite zeugen“.

Quelle:
https://de.wikisource.org/wiki/Vertrag_zwischen_der_Bundesrepublik_Deut…

27.02.1992

Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Tschechischen und Slowakischen Föderativen Republik über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit

Mit Artikel 26 des Vertrages verständigen Deutschland und die Tschechoslowakei sich, der Kulturgüter anzunehmen und sie zugänglich zu machen, „die von geschichtlichen Ereignissen sowie kulturellen und wissenschaftlichen Leistungen und Traditionen der anderen Seite zeugen“.

Quelle:
https://de.wikisource.org/wiki/Abkommen_zwischen_der_Bundesrepublik_Deu…

16.12.1992

Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Russischen Föderation über kulturelle Zusammenarbeit

Das Abkommen bestätigt die Vereinbarungen vom 9. November 1990. Mit Artikel 6 des Vertrages verständigen sich Deutschland und Russland auf den gegenseitigen Zugang zu Archiven und Bibliotheken. Mit Artikel 15 stimmen die Vertragsparteien darin überein, „daß verschollene oder unrechtmäßig verbrachte Kulturgüter, die sich in ihrem Hoheitsgebiet befinden, an den Eigentümer oder seinen Rechtsnachfolger zurückgegeben werden.“ Es werden Expertenkommissionen gebildet und betroffene Bestände erfasst.

Quelle:
https://de.wikisource.org/wiki/Abkommen_zwischen_Deutschland_und_der_Ru…

Uta Barbara Ullrich: Chronik der Ereignisse (1935-2004), in: Klaus-Dieter Lehmann, Günther Schauerte (Hg.): Kulturschätze – verlagert und vermisst. Eine Bestandsaufnahme der Stiftung Preußischer Kulturbesitz 60 Jahre nach Kriegsende, Berlin 2004, S. 98.

10.02.1993

Dresdner Protokoll

Am 9. und 10. Februar 1993 findet in Dresden eine gemeinsame Sitzung der Regierungskommissionen der Bundesrepublik Deutschland und der Russischen Föderation zur Rückführung von Kulturgütern statt. Beide Seiten vereinbaren, möglichst schnell zu praktischen Regelungen zur gegenseitigen Rückführung von Kulturgütern zu gelangen, die eine vertrauensvolle Zusammenarbeit begründen sollen. Es wird die Einsetzung einer gemeinsamen deutsch-russischen Kommission zur beidseitigen Rückführung von Kulturgütern beschlossen. Ferner werden Fachgruppen für die Bereiche Archive, Bibliotheken, Museen/Sammlungen und für Rechtsfragen vorgesehen.

Quelle:
Wilfried Fiedler: Kulturgüter als Kriegsbeute? Rechtliche Probleme der Rückführung deutscher Kulturgüter aus Russland, Heidelberg 1995, S. 36-39.

15.02.1993

Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Ukraine über kulturelle Zusammenarbeit

Mit Artikel 16 stimmen die Vertragsparteien darin überein, „daß verschollene oder unrechtmäßig verbrachte Kulturgüter, die sich in ihrem Hoheitsgebiet befinden, an den Eigentümer oder seinen Rechtsnachfolger zurückgegeben werden.“

In deren Folge gründet sich die deutsch-ukrainische Rückführungskommission, die in bilateralen Verhandlungsrunden die Rückgabefrage von Kriegsverlusten diskutiert.

Quelle:
https://de.wikisource.org/wiki/Abkommen_zwischen_Deutschland_und_der_Uk…

15.03.1993

Richtlinie 93/7/EWG des Rates über die Rückgabe von unrechtmäßig aus dem Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats verbrachten Kulturgütern

Die Richtlinie regelt die Rückgabe von Kulturgütern, die nach dem 1. Januar 1993 unrechtmäßig aus dem Staatsgebiet eines Mitgliedstaats verbracht werden.

Quelle:
https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=LEGISSUM:l1101…

20.04.1993

Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Lettland über kulturelle Zusammenarbeit

Mit Artikel 16 stimmen die Vertragsparteien darin überein, „daß verschollene oder unrechtmäßig verbrachte Kulturgüter, die sich in ihrem Hoheitsgebiet befinden, an den Eigentümer oder seinen Rechtsnachfolger zurückgegeben werden.“

Quelle:
https://de.wikisource.org/wiki/Abkommen_zwischen_Deutschland_und_Lettla…

28.04.1993

Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Usbekistan über kulturelle Zusammenarbeit

Mit Artikel 16 stimmen die Vertragsparteien darin überein, „daß infolge des letzten Krieges verschollene oder verbrachte Kulturgüter, die sich in ihren Hoheitsgebieten befinden, an den Eigentümer oder seinen Rechtsnachfolger zurückgegeben werden.“

Quelle:
https://de.wikisource.org/wiki/Abkommen_zwischen_Deutschland_und_Usbeki…

29.04.1993

Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Estland über kulturelle Zusammenarbeit

Mit Artikel 16 stimmen die Vertragsparteien darin überein, „daß verschollene oder unrechtmäßig verbrachte Kulturgüter, die sich in ihrem Hoheitsgebiet befinden, an den Eigentümer oder seinen Rechtsnachfolger zurückgegeben werden.“

Quelle:
https://de.wikisource.org/wiki/Abkommen_zwischen_Deutschland_und_Estlan…

25.06.1993

Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Georgien über kulturelle Zusammenarbeit

Mit Artikel 16 stimmen die Vertragsparteien darin überein, „daß infolge des letzten Krieges verschollene oder verbrachte Kulturgüter, die sich in ihren Hoheitsgebieten befinden, an den Eigentümer oder seinen Rechtsnachfolger zurückgegeben werden.“

Quelle:
https://de.wikisource.org/wiki/Abkommen_zwischen_Deutschland_und_Georgi…

21.07.1993

Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Litauen über kulturelle Zusammenarbeit

Mit Artikel 16 stimmen die Vertragsparteien darin überein, „daß infolge des letzten Krieges verschollene oder verbrachte Kulturgüter, die sich in ihren Hoheitsgebieten befinden, an den Eigentümer oder seinen Rechtsnachfolger zurückgegeben werden.“

Quelle:
https://de.wikisource.org/wiki/Abkommen_zwischen_Deutschland_und_Litaue…

23.08.1993

Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Kirgisischen Republik über kulturelle Zusammenarbeit

Mit Artikel 16 stimmen die Vertragsparteien darin überein, „daß infolge des letzten Krieges verschollene oder verbrachte Kulturgüter, die sich in ihren Hoheitsgebieten befinden, an den Eigentümer oder seinen Rechtsnachfolger zurückgegeben werden.“

Quelle:
https://de.wikisource.org/wiki/Abkommen_zwischen_Deutschland_und_der_Ki…

01.03.1994

Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Ungarn über kulturelle Zusammenarbeit

Mit Artikel 15 stimmen die Vertragsparteien darin überein, „daß verschollene oder unrechtmäßig verbrachte Kulturgüter, die sich in ihrem Hoheitsgebiet befinden, an den Eigentümer oder seinen Rechtsnachfolger zurückgegeben werden.“

Quelle:
https://de.wikisource.org/wiki/Abkommen_zwischen_Deutschland_und_Ungarn…

03.03.1994

Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Belarus über kulturelle Zusammenarbeit

Mit Artikel 16 stimmen die Vertragsparteien darin überein, „daß verschollene oder unrechtmäßig verbrachte Kulturgüter, die sich in ihrem Hoheitsgebiet befinden, an den Eigentümer oder seinen Rechtsnachfolger zurückgegeben werden.“

Quelle:
https://de.wikisource.org/wiki/Abkommen_zwischen_Deutschland_und_Belaru…

24.03.1994

Moskauer Protokoll

Am 23. und 24. März 1994 findet in Moskau die Erste Sitzung der gemeinsamen deutsch-russischen Kommission zur beiderseitigen Rückführung von Kulturgütern statt. Die deutsche Seite hatte zu diesem Zeitpunkt der russischen Seite bereits ihre Verlustlisten übergeben, in Russland waren diese wiederum in Vorbereitung.

Quelle:
Wilfried Fiedler: Kulturgüter als Kriegsbeute? Rechtliche Probleme der Rückführung deutscher Kulturgüter aus Russland, Heidelberg 1995, S. 41-44.

30.06.1994

Bonner Protokoll

Am 29. und 30. Juni 1994 findet in Bonn die Zweite Sitzung der gemeinsamen deutsch-russischen Kommission zur beiderseitigen Rückführung von Kulturgütern statt. Die deutsche Seite übergibt eine Zusammenstellung aller bisher bekannten Fälle deutscher Kulturgüter auf die sie Rückführungsansprüche erhebt (ca. 200.000 Museumsgüter, 2 Mio. Bücher und 3 km Archivgut). Auch die russische Seite übergab Listen von Kulturgütern auf die sie Rückführungsansprüche erhebt (39.588 Positionen).

Quelle:
Wilfried Fiedler: Kulturgüter als Kriegsbeute? Rechtliche Probleme der Rückführung deutscher Kulturgüter aus Russland, Heidelberg 1995, S. 45-46.

16.12.1994

Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Kasachstan über kulturelle Zusammenarbeit

Mit Artikel 17 stimmen die Vertragsparteien darin überein, „daß unrechtmäßig verbrachte Kulturgüter der einen Seite, die sich im Hoheitsgebiet der anderen Seite befinden, an den Eigentümer oder seinen Rechtsnachfolger zurückgegeben werden.“

Quelle:
https://de.wikisource.org/wiki/Abkommen_zwischen_Deutschland_und_Kasach…

16.05.1995

Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung von Rumänien über kulturelle Zusammenarbeit

Mit Artikel 16 stimmen die Vertragsparteien darin überein, „daß verschollene oder unrechtmäßig verbrachte Kulturgüter, die sich in ihrem Hoheitsgebiet befinden, an den Eigentümer oder seinen Rechtsnachfolger zurückgegeben werden.“

Quelle:
https://de.wikisource.org/wiki/Abkommen_zwischen_Deutschland_und_Rum%C3…

22.08.1995

Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Tadschikistan über kulturelle Zusammenarbeit

Mit Artikel 15 stimmen die Vertragsparteien darin überein, „daß unrechtmäßig verbrachte Kulturgüter der einen Seite, die sich im Hoheitsgebiet der anderen Seite befinden, an den Eigentümer oder seinen Rechtsnachfolger zurückgegeben werden.“

Quelle:
https://de.wikisource.org/wiki/Abkommen_zwischen_Deutschland_und_Tadsch…

11.10.1995

Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Moldau über kulturelle Zusammenarbeit

Mit Artikel 16 stimmen die Vertragsparteien darin überein, „daß unrechtmäßig verbrachte Kulturgüter der einen Seite, die sich im Hoheitsgebiet der anderen Seite befinden, an den Eigentümer oder seinen Rechtsnachfolger zurückgegeben werden.“

Quelle:
https://de.wikisource.org/wiki/Abkommen_zwischen_Deutschland_und_Moldau…

21.12.1995

Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Armenien über kulturelle Zusammenarbeit

Mit Artikel 15 stimmen die Vertragsparteien darin überein, „daß verschollene oder unrechtmäßig verbrachte Kulturgüter, die sich in ihren Hoheitsgebieten befinden, an den Eigentümer oder seinen Rechtsnachfolger zurückgegeben werden.“

Quelle:
https://de.wikisource.org/wiki/Abkommen_zwischen_Deutschland_und_Armeni…

22.12.1995

Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Aserbaidschanischen Republik über kulturelle Zusammenarbeit

Mit Artikel 15 stimmen die Vertragsparteien darin überein, „daß verschollene oder unrechtmäßig verbrachte Kulturgüter, die sich in ihren Hoheitsgebieten befinden, an den Eigentümer oder seinen Rechtsnachfolger zurückgegeben werden.“

Quelle:
https://de.wikisource.org/wiki/Abkommen_zwischen_Deutschland_und_Aserba…

01.05.1997

Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Slowakischen Republik über kulturelle Zusammenarbeit

Mit Artikel 16 formulieren die Vertragsparteien ihre Bestrebung, „Probleme im Zusammenhang mit Kulturgütern und Archivalien im Geiste der Verständigung und der Versöhnung, beginnend mit Einzelfällen, zu lösen.“

Quelle:
https://de.wikisource.org/wiki/Abkommen_zwischen_der_Bundesrepublik_Deu…

28.08.1997

Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung von Turkmenistan über kulturelle Zusammenarbeit

Mit Artikel 15 stimmen die Vertragsparteien darin überein, „daß verschollene oder unrechtmäßig verbrachte Kulturgüter, die sich in ihren Hoheitsgebieten befinden, an den Eigentümer oder seinen Rechtsnachfolger zurückgegeben werden.“

Quelle:
https://de.wikisource.org/wiki/Abkommen_zwischen_Deutschland_und_Turkme…

15.04.1998

Bundesgesetz der Russischen Föderation über die infolge des Zweiten Weltkrieges in die UdSSR verbrachten und im Hoheitsgebiet der Russischen Föderation befindlichen Kulturgüter

Artikel 6 des am 19. Februar 1997 der Duma vorgelegten Föderationsgesetz erklärt alle als kompensatorische Restitution in die UdSSR verbrachten Kulturgüter zum Besitz der Föderation, sofern sie sich noch im Hoheitsgebiet befinden. Von dieser Bestimmung explizit ausgenommen sind Kulturgüter, die sich in Weißrussland, Lettland, Litauen, Estland, Ukraine oder Moldau befinden. Das umgangssprachlich als Beutekunstgesetz bezeichnete Gesetz steht nicht im Einklang mit international gültigem Völkerrecht.

Quelle:
Bundesgesetz der Russischen Föderation über die infolge des Zweiten Weltkriegs in die UdSSR verbrachten und im Hoheitsgebiet der Russischen Föderation befindlichen Kulturgüter, in: Archiv des Völkerrechts, 38. Bd., No. 1 (März 2000), S. 72-84.

https://www.jstor.org/stable/40799923

11.2005

Gründung des Deutsch-Russischen Museumsdialogs

Im November 2005 gründeten über 80 Museen, die von Kriegsverlusten betroffen sind, auf Initiative der Kulturstiftung der Länder und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin den →Deutsch-Russischen Museumsdialog. Ziel war die gemeinsame Erforschung der kriegsbedingt verlagerten Kulturgüter in Deutschland und Russland. Im September 2009 wird der →Deutsch-Russische Bibliotheksdialog in Moskau initiiert.

Quelle:
Britta Kaiser-Schuster (Hg.): Kulturelles Gedächtnis. Kriegsverluste deutscher Museen: Wege und Biografien, (Studien zu kriegsbedingt verlagerten Kulturgütern, Bd. 3), Wien/Köln/Weimar 2021, S. 19.

18.05.2007

Gesetz zur Ausführung der (Haager) Konvention vom 14. Mai 1954 zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten

Das Gesetz gibt Regelungen zu a) Rückgabepflichten, b) Verbringungsverbot und Beschlagnahme sowie c) Durchführung der Rückgabe und Sicherstellung vor. Aufgrund des Rückwirkungsverbots sind diese Bestimmungen nicht auf infolge des Zweiten Weltkriegs verlagerte Kulturgüter anwendbar.

Quelle:
https://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Mediathek/Publikationen…