Kulturgutbergungen im Zusammenhang mit der Bodenreform in der Provinz und im Land Brandenburg – Brandenburgische Museen als Akteure von Kulturgutbergungen im Rahmen der Bodenreform
Description
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erfuhr die brandenburgische Museumslandschaft tiefgreifende Veränderungen. Einerseits waren teils enorme Sammlungsverluste durch Kriegseinwirkung zu verzeichnen. Andererseits gelangte als unmittelbare und als mittelbare Folge der Bodenreform eine große Menge an Kulturgut in Museumssammlungen.
Aus früheren Forschungsvorhaben ist bekannt, dass es in Brandenburg seitens der Zentralverwaltung Bestrebungen gegeben hat, das im Zusammenhang mit den Enteignungen der Bodenreform anfallende Kulturgut zentral in der Landeshauptstadt zu sammeln. Anders als etwa in Sachsen oder Sachsen-Anhalt fehlte es der in Brandenburg mit Bergungen von Kulturgut im Kontext der Bodenreform beauftragten Kunstabteilung der Provinzial- bzw. Landesverwaltung an operativen Kapazitäten und effizienten organisatorischen Strukturen. Dagegen zeichnet sich immer deutlicher ab, dass die Bergungen durch lokale Initiativen für Brandenburg ungleich bedeutender einzuschätzen sind. In diesem Zusammenhang treten u.a. örtliche Museen als Akteure von Bergungen und/oder Adressaten des Bergungsguts auf. Maßgeblich für den Erfolg lokaler Bergungsinitiativen war oftmals das Engagement von Einzelpersonen, die nicht aufgrund von Weisungen, sondern aus musealem Impetus tätig wurden. Die so erworbenen (zumeist bis heute erhaltenen) Bestände und die Umstände ihrer Erwerbung wurden nie systematisch erfasst oder beschrieben.
Das Projekt setzt daher bei den Museen mit Bergungsbeständen an und verfolgt von hier aus die Abstimmungen mit vorgesetzten Dienststellen in den Stadt- und Kreisverwaltungen, ggf. bis zu den zuständigen Landesbehörden (u.a. Denkmalpflege). Ausgangspunkt der Recherche sind die Nachfolgeeinrichtungen der ehemaligen Bezirks- und Kreismuseen auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Brandenburg. Diese Häuser waren in der SBZ durchgängig verstaatlicht worden und daher als Empfänger von sogenanntem „herrenlosen“ und enteignetem (d.h. in Volkseigentum überführten) Kulturgut prädestiniert.
Das Projekt läuft von April bis November 2024, Projektträger ist der Museumsverband des Landes Brandenburg e.V., die Forschungen in Archiven und Museen führt Dr. Christian Hirte durch. Ergebnis des Forschungsvorhabens soll eine repräsentative Übersicht über Art und Umfang dieser Kulturgutbergungen im heutigen Land Brandenburg sein, ergänzt um eine Liste relevanter archivalischer Quellen.
© Museumsverband des Landes Brandenburg e. V.
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Research report and other sources
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