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Monographie

Pöhl u.a. (Hg.): Franz Boas, 2011.

Permanent URL
http://www.proveana.de/de/link/lit00003868
letzte Aktualisierung
26.05.2023
Forschungskontext
  • Kultur- und Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten

Grunddaten

Literaturangabe

Friedrich Pöhl, Bernhard Tilg (Hg.): Franz Boas. Kultur, Sprache, Rasse. Wege einer antirassistischen Anthropologie, 2. Aufl. Wien/Münster 2011.

Publikationssprache
deutsch
Beschreibung
Franz Boas (1858 -1942), eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der "Wissenschaft vom Menschen" im frühen 20. Jahrhundert, begründete die Cultural Anthropology in Amerika und etablierte mithin die Anthropologie in den USA als eine akademische Disziplin. Geboren und aufgewachsen in einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Minden, Westfalen, studierte Boas in Heidelberg, Kiel und Bonn Physik, Mathematik und Geographie. 1883/84 begab er sich auf eine geographische Arktisexpedition nach Baffin-Land, welche sein genuines Interesse an Ethnologie und Anthropologie erneut entfachte. Boas emigrierte schließlich in die USA und bekleidete von 1899 bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1936 als ordentlicher Professor einen Lehrstuhl für Anthropologie an der Columbia Universität von New York. Die liberal-demokratischen und pazifistischen Ideale seines Elternhauses werden Boas sein Leben lang begleiten und ihn dazu veranlassen, gegen jegliche damalige Rassendiskriminierung wissenschaftlich aufzubegehren. Auch als gesellschaftlich und politisch engagierter Wissenschaftler führte er einen oftmals einsamen Kampf für die Rechte der Indianer, der Afroamerikaner und nicht zuletzt für die Rechte der europäischen Immigranten. Beeinflusst von den Ideen Humboldts und der Aufklärung im Allgemeinen, entwickelte Boas seine wissenschaftlichen und philosophischen Perspektiven und Methoden. Als einer der ersten sprach Boas von Kultur(en) im Plural und verabschiedete sich somit von einem essentialistischen Kulturkonzept. Vor allem aber antizipierte Boas die Affinität von (wissenschaftlichem) Rassismus und Evolutionismus, weshalb er die Vorstellung einer universalistischen und linearen kulturellen Evolution zurückwies; insbesondere, wenn das evolutionäre Fortschrittsparadigma auf der allgemeinen und wissenschaftlich nicht fassbaren Idee der Rasse basierte und damit Individualität verneinte. Noch im hohen Alter verwehrte sich Boas gegen den wissenschaftlichen Rassismus und den damit einhergehenden Rassenwahn der Nationalsozialisten in Deutschland und schämte sich dafür, ein "Deutscher" zu sein. (Quelle: Website LITVerlag, Klappentext, letzter Zugriff 7.12.2022)

Beziehungen

Personen/Körperschaften

  • Verweist auf
    Boas, Franz

Ereignisse

  • Verweist auf
    Deutsche Polarexpedition in den Cumberland Sound zum damaligen Kingua-Fjord

Weitere Informationen und Quellen

Forschungsprojekte

  • Projektbezug
    Provenienzforschung zur anthropologischen Schädelsammlung im Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg (LMNM)

Links

  • Worldcat
    https://worldcat.org/de/title/748684048
  • Nachweis DNB
    https://d-nb.info/1011651343
  • Website
    https://www.lit-verlag.de/isbn/978-3-643-50003-8
    LITVerlag
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