Glossar

Von A bis Z finden Sie hier eine Menge von Begriffen erklärt.
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  • NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut

Führerbau

Achtung, hierbei handelt es sich um einen problematischen Begriff aus dem zeithistorischen Sprachgebrauch, dessen heutige Verwendung unangemessen bzw. nur mit entsprechender Kennzeichnung im wissenschaftlichen Kontext gebräuchlich ist. Derartige Termini können bspw. diskriminierend, euphemistisch, ideologisch gefärbte Neuschöpfungen und/ oder ideologische Neologismen sein.

Mit "Führerbau" wird ein Gebäude des von den Nationalsozialisten realisierten Parteizentrums am Münchner Königsplatz bezeichnet. Neben dem repräsentativen Zwecken vorbehaltenen "Führerbau" (heute Hochschule für Musik und Theater) befindet sich der ehemalige Verwaltungsbau der NSDAP (heute Zentralinstitut für Kunstgeschichte). Die Gebäude dienten u.a. als Zwischenlager für die vom →"Sonderauftrag Linz" für das geplante →"Führermuseum" in Linz vorgesehenen Kunstwerke. Ende April 1945 kam es zu Plünderungen und zahlreiche Objekte wurden gestohlen. Die US-Militärregierung richtete dort schließlich einen →Central Collecting Point ein, um von den Nationalsozialisten geraubte Kunstwerke zu registrieren, identifizieren und zu restituieren. Die dabei entstandene archivische Überlieferung in Form von Karteikarten für jedes Objekt bildet heute eine wichtige Grundlage für die Provenienzforschung: Sie ist über eine Datenbank auf der Website des Deutschen Historischen Museums online zugänglich. Das Zentralinstitut für Kunstgeschichte hat die Umstände des "Führerbau"-Diebstahls mit Unterstützung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste aufgearbeitet. (SL)

  • NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut

Ulrike Grammbitter, Iris Lauterbach: Das Parteizentrum der NSDAP in München, Hrsg. Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Berlin, München 2009. 

Angelika Enderlein, Monika Flacke: Die Datenbank des "Central Collecting Point München", https://www.dhm.de/datenbank/ccp/prj_dhm_ccp/ccp_einleitung_de.pdf (letzter Zugriff 02.12.2020).

Führervorbehalt

Achtung, hierbei handelt es sich um einen problematischen Begriff aus dem zeithistorischen Sprachgebrauch, dessen heutige Verwendung unangemessen bzw. nur mit entsprechender Kennzeichnung im wissenschaftlichen Kontext gebräuchlich ist. Derartige Termini können bspw. diskriminierend, euphemistisch, ideologisch gefärbte Neuschöpfungen und/ oder ideologische Neologismen sein.

Per Erlass ließ Adolf Hitler 1938 ein persönliches "Vorrecht" bei der Sichtung sämtlicher beschlagnahmter Kulturgüter durchsetzen. Ursprünglich bezogen auf das annektierte Österreich, wurde der "Führervorbehalt" mehrfach erweitert und galt schließlich für das gesamte damalige Reichsgebiet und die vom Deutschen Reich im Laufe des Zweiten Weltkriegs besetzten Gebiete. Neben der beabsichtigten Auswahl für das →"Führermuseum" in Linz war ein schwelendes Kompetenzgerangel bzw. Konkurrenz zwischen NS-Funktionären, NS-Behörden und Kulturinstitutionen, die sich am NS-Kulturgutraub zu bereichern suchten, Hintergrund. (SL)

  • NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut

Theodor Brückler (Hg.): Kunstraub, Kunstbergung und Restitution in Österreich 1938 bis heute. Wien/Köln/Weimar 1999, S. 19-27, 116-124. 

Kathrin Iselt: "Sonderbeauftragter des Führers". Der Kunsthistoriker und Museumsmann Hermann Voss (1884-1969). Köln/Weimar/Wien 2010, S. 163, 211-215.